Perus fußballtempel dicht: stadion dicht nach salsa-orgie bis 4 uhr
43.000 Sitzplätze, ein Rasen, der sonst Perus Nationalmannschaft trägt – und Sonntag früh ein einziger Mülleimer. Die Stadt Lima hat das Estadio Nacional sofort gesperrt, weil das „Festival de la Salsa 14“ dort bis vier Uhr morgens tobte und die Nachbarn mit Bierflaschen und Trompeten wachhielt.

Knall 100.000 soles: das ist die rechnung für zwei nächte karibik
Die Behörde verhängte eine Strafe von umgerechnet 28.800 Dollar gegen den staatlichen Instituto Peruano del Deporte (IPD), der das Stadion vermietet hatte, und setzte eine 48-Stunden-Frist für die Stellungnahme. Auf Social-Media-Videos türmen sich Tonnen von Dosen zwischen den VIP-Cubes, die mitten auf dem Rasen errichtet wurden. Die Veranstalterfirma Tropimusic Entertainment hatte laut Vertrag um 23.00 Uhr Schluss gemacht – die Bands spielten einfach weiter.
Die Stadt liste als Verstöße „übermäßige Lärmbelästigung, Menschenansammlungen, Störung der öffentlichen Ordnung und massive Müllbildung“ auf. Das IPD ruderte sofort zurück: Man unterstütze die Schließung, kündigte personelle Konsequenzen für eigene Aufsichtspersonen an und sprach von „Vertragsbruch“ seitens des Veranstalters.
Lo que nadie cuenta es, dass das Stadion in 72 Stunden bereits das erste Qualifikationsspiel der peruanischen Frauen-Nationalmannschaft zur Copa América Femenina beherbergen sollte. Der Verband muss nun nach Ersatz suchen, die Spielerinnen befürchten harte Konditionseinheiten auf dem Trainingsplatz statt Heimvorteil.
Die Salsa-Größen Grupo Niche, El Gran Combo de Puerto Rico und La Sonora Ponceña hatten die Massen bewegt, doch nun steht das Fußballherz des Landes still. Bis auf Weiteres bleibt das Estadio Nacional versiegelt – und wer dort einmal Jubelgeschrei erzeugte, darf nur noch Stille produzieren.
