Hütter lehnt tottenham ab: „ich bin kein feuerwehrmann“
Adi Hütter schlägt Tottenham eine Absage. Statt im Januar auf die Brennspritze zu drücken, wartet der Österreicher bis zum Sommer – und schickt damit die Spurs ins nächste Trainerchaos.
Kein interesse an krisenjob
Die Nachricht kommt am Sonntagabend wie ein Kaltwasserschock für Daniel Levy. Kurz nachdem Tottenham die Trennung von Igor Tudor bestätigt – der Kroate war gerade mal 42 Tage im Amt –, zieht sich der designierte NachfolgerAdi Hütter selbst aus dem Rennen. „Ich werde frühestens zur neuen Saison zurückkommen“, sagt der 56-Jährige gegenüber der APA. Die Verhandlungen habe es nie gegeben, nur heiße Gerüchte. „Meine Haltung hat sich seit Monaco nicht verändert.“
Für Tottenham ist das ein Debakel. Die Premier-League-Klubführung sucht seit Antonio Contes Abgang im März 2023 verzweifelt nach Stabilität. Nun folgt auf Julian Nagelsmann, Brendan Rodgers und Graham Potter der nächste Korb – und das mitten in der Abstiegszone. Die Fans fragen sich: Wer will diesen Job noch?

Die hintergründe: monaco-trauma und prestigedenken
Hütter wurde Ende Oktober bei der AS Monaco entlassen, nachdem er die Mannschaft in den ersten neun Spielen nur auf Rang 16 geführt hatte. Die sportliche Leitung um Paul Mitchell stufte seinen Spielstil als „zu offensiv und leicht auszurechnen“ ein. Seitdem lebt der Steirer in der Schweiz, analysiert Spiele, arbeitet an sich – und lässt sich auf keine Interimslösung ein. „Ich bin kein Feuerwehrmann“, sagt er im engsten Kreis. „Ich baue lieber etwas Nachhaltiges auf.“
Diese Haltung ehrt ihn, kostet ihn aber lukrative Gehaltszahlungen. Tottenham soll bis zu 8 Millionen Euro Jahresgehalt plus Boni geboten haben. Hütter verzichtet freiwillig auf ein Vielfaches dessen, was er in der Super League je hätte kassieren können. Sein Berater Roger Wittmann bestätigt: „Adi will kein Kurzzeitjob, sondern ein Projekt mit Vorbereitung.“

Was bedeutet das für tottenham?
Die Londoner rutschen auf Platz 18, nur zwei Punkte trennen sie vom Abstiegsrang. Die sportliche Leitung um Fabio Paratici (suspendiert) und Daniel Levy muss jetzt nach Alternativen suchen. Interne Kandidaten wie Ryan Mason oder Cristian Stellini gelten als interne Lösungen, extern fallen Namen wie Thomas Frank (Brentford) oder Andoni Iraola (Rayo Vallecano). Doch wer springt mitten ins kalte Wasser?
Hütters Nein zeigt auch: Die Attraktivität des Klubs ist angekratzt. Die ständigen Trainerwechsel, die fehlende sportliche Linie und die Fanunruhen machen die Spurs zu einem unberechenbaren Arbeitsplatz. Bis der Österreicher wieder bereit ist, könnte Tottenham schon in der Championship spielen.

Fazit: ein luxus, den sich tottenham nicht leisten kann
Adi Hütter trifft eine persönlich ehrliche Entscheidung – und liefert Tottenham die Quittung für jahrelange Planlosigkeit. Während der Klub nach dem nächsten Pausenfüller sucht, bereitet sich der Ex-Frankfurter auf den Saisonstart 2025 vor. Die Frage ist nicht mehr, ob die Spurs einen Trainer finden, sondern: Wer will sie überhaupt noch retten? Die Antwort fällt schwerer mit jedem Tag, an dem die Tabelle sie tiefer zieht.
