Handball-legende zöll stirbt mit 81 – weltmeistertrainer und dhb-vize
Die deutsche Handballszene trauert um eine ihrer prägenden Figuren: Klaus Zöll, ehemaliger Vizepräsident des Deutschen Handball-Bundes (DHB) und erfolgreicher Trainer des TV Großwallstadt, ist im Alter von 81 Jahren verstorben. Sein Tod hinterlässt eine Lücke in der Welt des Handballs und in den Herzen seiner Familie.

Ein vermächtnis des erfolgs und der innovation
Zölls Name ist untrennbar mit dem Triumph des deutschen Nationalteams bei der Weltmeisterschaft 1978 in Dänemark verbunden. Als Teil des Betreuerstabs unter Bundestrainer Vlado Stenzel feierte das DHB-Team einen überraschenden Sieg gegen die vermeintlich unschlagbaren Sowjetrussen – ein Moment, der für viele Fans unvergesslich ist. 20:19 lautete der knappe Endstand, der den Weltmeistertitel bescherte.
Doch Zölls Einfluss beschränkte sich nicht nur auf die Nationalmannschaft. Mit dem TV Großwallstadt schuf er eine Mannschaft von Weltklasse, aus der Spieler wie Manfred Hofmann, Claus Hormel, Manfred Freisler und Kurt Klühspies hervorgingen. Drei Meistertitel (1978, 1979, 1981) und der Gewinn des Europapokals der Landesmeister 1979 gegen SC Empor Rostock zeugen von seiner außergewöhnlichen Trainerleistung. Das deutsch-deutsche Finale gegen Rostock war dabei ein besonderes Kapitel.
Von 1989 bis 1991 engagierte sich Zöll zudem ehrenamtlich als Vizepräsident im DHB und begleitete den schwierigen Vereinigungsprozess nach dem Fall der Mauer. Er übernahm dabei die Verantwortung für den Leistungssport und trug maßgeblich zur Integration des Deutschen Handballverbands der DDR bei.
Ein weiterer Beweis für Zölls Engagement war seine Mitarbeit im Deckarm-Ausschuss, den er nach dem tragischen Unfall von Joachim Deckarm gründete. Der Ausschuss kümmerte sich nicht nur um die finanzielle Absicherung des ehemaligen Nationalspielers, sondern auch um dessen Vermächtnis.
„Die Nachricht erfüllt uns mit Trauer“, erklärte DHB-Präsident Andreas Michelmann. „Wir sind Klaus Zöll dankbar für all das, was er mit seinem langjährigen und vielfältigen Engagement für den deutschen Handball geleistet hat. Unsere Gedanken sind in dieser schweren Zeit bei seiner Familie.“
Klaus Zöll hinterlässt seine Ehefrau Kerstin, fünf Töchter und acht Enkel. Seine Verbundenheit zur sardischen Insel, seiner Wahlheimat, zeugt von einem Mann, der das Leben in vollen Zügen genoss – ein Leben, das nun zu Ende gegangen ist. Der Handball verliert damit eine Legende.
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