Play-ins: beckenbauer hätte gelacht – wer hat echte chancen?

Die NBA-Saison nähert sich ihrem dramatischen Höhepunkt mit den Play-Ins. Während einige Teams bereits die Segel setzen, kämpfen andere um die letzten Tickets für die Playoffs. Doch ist dieser Modus wirklich eine Würde? Franz Beckenbauer, der Fußballgott, hätte vermutlich den Kopf geschüttelt und den Play-Ins den „Cup der Verlierer“ genannt – und er hätte nicht Unrecht gehabt.

Die play-ins: ein zweiter frühling oder eine demütigung?

Betrachten wir die Fakten: Seit der Einführung 2021 konnten lediglich drei von 20 Teams, die die Play-Ins erreichten, tatsächlich eine Serie für sich entscheiden. Miami Heat rettete 2023 das Image mit einem überraschenden Finals-Einzug, aber das ändert nichts an der grundsätzlichen Realität. Die Play-Ins sind im Grunde genommen eine Lehrstunde für die Teams, die in der regulären Saison nicht überzeugen konnten, oft gegen vermeintlich stärkere Gegner.

Detroit Pistons scheinen auf dem Papier verwundbar, aber wer glaubt, dass die anderen drei Teams – Oklahoma City Thunder, San Antonio Spurs und Boston Celtics – eine Blöße geben werden, unterschätzt deren Ambitionen. Verletzungspech hin oder her, die Motivation, die Playoffs zu erreichen, ist enorm. Die Teams wollen sich beweisen, und das bedeutet harte Kämpfe. Aber lassen wir die Hoffnungsmachen und schauen uns die einzelnen Duell an.

Die partien im detail: wer sind die favoriten?

Die partien im detail: wer sind die favoriten?

Philadelphia 76ers gegen Orlando Magic: Wären Joel Embiid und Co. verletzungsfrei geblieben, hätten wir hier vermutlich einen Kampf um die Plätze fünf und sechs gesehen. Doch Embiids Blinddarm-OP hat die Ambitionen der Sixers deutlich geschwächt. Tyrese Maxey ist zwar ein Ausnahmespieler, aber Orlando kann mit seiner Größe punkten – ein entscheidender Vorteil. Auch wenn das Papier für Philadelphia spricht, haben die Magic in dieser Saison zu oft Anzeichen von Unsicherheit gezeigt.

Charlotte Hornets gegen Miami Heat: Die Hornets überraschen mit ihrer starken Performance im Kalenderjahr 2026, trotz einer schwachen Startphase. LaMelo Ball und Co. sind offensiv und defensiv stark, und das Spectrum Center ist wieder eine Festung. Die Heat hingegen wirken angeschlagen und suchen nach einer Identität. Bam Adebayo kann zwar punkten, aber Miami fehlt ein echter Star, ein Mann, der in entscheidenden Momenten die Fäden zieht.

Orlando Magic gegen Charlotte Hornets: Charlotte hat in der regulären Saison die Nase vorn, aber die Play-Ins sind eine neue Geschichte. Die Magic haben den Heimvorteil und werden alles daran setzen, ihre Offense zu stoppen. Doch die Hornets sind zu schlagkräftig. Es könnte ein Neustart für Orlando im Sommer werden.

Phoenix Suns gegen Portland Trail Blazers: Beide Teams können stolz auf ihre Saison sein. Phoenix hat den Umbruch gut gemeistert, Portland hat die beste Saison seit sechs Jahren hingelegt. Devin Booker ist zwar nicht mehr in Topform, aber er besitzt die Erfahrung, solche Situationen zu meistern. Deni Avdija wird zum ersten Mal Postseason-Luft schnuppern – ein spannender Faktor. Der Heimvorteil und die größere Tiefe der Suns machen sie zu leichten Favoriten.

L.A. Clippers gegen Golden State Warriors: Die Clippers sind im Kalenderjahr 2026 ein Playoff-Team, während die Warriors mit ihren Verletzten zu kämpfen haben. Kawhi Leonard ist der Schlüssel für die Clippers, aber die Warriors sollten sich nicht unterschätzen lassen. Es wird ein hartes, defensiv geprägtes Spiel.

Portland Trail Blazers gegen L.A. Clippers: Portland hat bereits gezeigt, dass sie gegen die Clippers bestehen können. Die Frage ist, ob sie selbst genug scoren, um Leonard zu stoppen. Eine Wette gegen Kawhi ist selten eine gute Idee.

Fazit: Die Play-Ins sind ein zweischneidiges Schwert. Für einige Teams eine Chance auf eine Überraschung, für andere eine Demütigung. Aber eines ist sicher: Es wird spannend werden, wer sich am Ende die letzten Playoff-Tickets sichert. Und wer weiß, vielleicht sehen wir ja doch noch eine Überraschung, die Beckenbauer zum Lachen gebracht hätte.