Handball-bundesliga: transfer-alarm nach dujshebaev-deal!

Die Handball-Szene in Deutschland steht Kopf! Nach einer ruhigen Phase kurz vor dem Ende der EM im Januar und Februar hat der VfL Gummersbach mit der Verpflichtung des spanischen Superstars Alex Dujshebaev (33) für ordentlich Wirbel gesorgt. Der Wechsel vom polnischen Top-Klub Kielce zum VfL ist nicht nur ein Coup für Gummersbach, sondern setzt die gesamte Bundesliga in Bewegung.

Ein dominoeffekt in der hbl

Ein dominoeffekt in der hbl

Der Transfer von Dujshebaev ist ein klares Signal: Die Handball-Bundesliga gewinnt wieder an internationaler Anziehungskraft. Doch er ist auch der Auslöser eines regelrechten Transfer-Alarms. Spitzenvereine scheinen plötzlich in einem Wettstreit um die besten Spieler zu stecken. Der THW Kiel, als Rekordmeister, ist besonders gefordert. Der Druck, die Champions League nicht erneut zu verpassen, hat die Verantwortlichen zu schnellen Handlungen veranlasst.

Für den Rückraum sind bereits Julian Köster (Gummersbach) und Domen Makuc (Barcelona) zur kommenden Saison eingeplant. Vincent Büchner (Eisenach) soll für die Linke Außenposition sorgen. Und Justus Fischer (Hannover) wird 2027 in die Kieler Reihen wechseln. „Die Transferaktivitäten in der HBL haben uns ehrlich gesagt nicht unter Druck gesetzt. Wir haben uns den Druck selbst gemacht“, erklärt Geschäftsführer Viktor Szilágyi. Doch die Attraktivität der Bundesliga nimmt zu. Die tollen Arenen, der riesige Zuschauerzuspruch und die zahlreichen Turniere in Deutschland ziehen immer mehr Top-Spieler an.

Neben Dujshebaev wechselt auch sein Bruder Dani (28) in die HBL und verstärkt die MT Melsungen. Der Barça-Megastar Dika Mem (28) wird 2027 bei den Füchsen Berlin spielen, und die schwedische Torwart-Legende Andreas Palicka (39) ist seit dem Winter in Wetzlar aktiv und wird im Sommer ebenfalls in Berlin anheuern.

Bob Hanning, der Chef der Füchse, hat jedoch noch offene Baustellen. Der Rückkehr von Lasse Andersson (32) in seine dänische Heimat erfordert eine schnelle Lösung. Simon Pytlick (25) aus Flensburg könnte schon 2026 den Weg nach Berlin finden – ein Ablöse-Poker im Wert von bis zu 1,5 Millionen Euro ist im Gange. Sollte dies scheitern, hat Hanning bereits einen Plan B: „Wir haben schon eine zweite Lösung, einen Plan B. Matthes Langhoff kann das nicht alleine stemmen, wir werden noch einen Spieler mit hohem Niveau für den linken Rückraum verpflichten.“

Auch der THW Kiel ist aktiv. Neben der Verfolgung von Renars Uscins (23), dem deutschen Handballer des Jahres 2024, gibt es auch bei Flensburg Poker Geschehen. Der SC Magdeburg hingegen vertraut auf seinen aktuellen Kader und schließt Baustellen schnell. Der Abgang von Torwart Sergey Hernández (30) zu Barcelona wurde bereits mit der Verpflichtung von Dominik Kuzmanovic (23) aus Gummersbach für rund 500.000 Euro kompensiert. Ein Fragezeichen steht noch hinter Kapitän Christian O’Sullivan (34), aber der Rückkehrer Antonio Serradilla (27) aus Stuttgart könnte seine Nachfolge antreten.

Die Aktivität am Transfermarkt der HBL nimmt stetig zu. „Vor zehn bis fünfzehn Jahren gab es nur wenige Klubs mit großen Arenen. Jetzt sind es deutlich mehr, was sich natürlich im Budget widerspiegelt“, so Szilágyi. Trotzdem ist der THW Kiel gewappnet: „Rückraum rechts ist unsere einzige offene Frage. Aber wir können mit Optimismus in die kommende Saison blicken.“