Hamburg am limit: towers retten sich vor dem abgrund!

Ein Abend für die Ewigkeit in Hamburg: Die Veolia Towers haben sich in einem packenden Hanse-Derby gegen die Rostock Seawolves gerettet und damit den Klassenerhalt in der Easycredit Basketball Bundesliga rechnerisch gesichert. Nach Verlängerung stand es 91:86 – ein Spiel, das 19 Führungswechsel und unglaubliche 28 zusätzliche Würfe für Rostock beinhaltete, die trotz allem die Niederlage nicht verhindern konnten.

Die mentale stärke macht den unterschied

Trainer Benka Barloschky wirkte sichtlich erschöpft, aber auch erleichtert. „Vielleicht wird man erst in ein paar Jahren wirklich begreifen, was für eine Riesenleistung diese Mannschaft erbracht hat“, kommentierte er das Spiel, in dem die Türme regelmäßig einen schlechten Start hatten, sich aber diesmal früh wach zeigten. Die lange Durststrecke, verbunden mit der Belastung durch den EuroCup, hat die Mannschaft offenbar stärker gemacht. Die Ruhe zu bewahren, den Druck auszuhalten – das sind Qualitäten, die nun Früchte tragen.

Frasunkiewicz am rande der verzweiflung

Frasunkiewicz am rande der verzweiflung

Auf der Gegenseite brodelte der Unmut bei Seawolves-Coach Przemyslaw Frasunkiewicz. Zehn Ballverluste – ein Fakt, der ihn offenkundig zur Weißglut trieb. Sein Ausbruch, begleitet von einem lauten Schimpfwort, das das Dyn-Mikrofon mehrfach aufnahm, sorgte für Gesprächsstoff. „Da waren keine Goethe- oder Schillerzitate dabei“, bemerkte Kommentator Arne Malsch trocken.

Rebounds und turnover entscheiden das spiel

Rebounds und turnover entscheiden das spiel

Die Rostocker präsentierten sich zwar intensiv, doch die Türme konnten mit deutlich besseren Trefferquoten kontern. Vor allem die 29 Offensiv-Rebounds der Hansestädter spielten eine entscheidende Rolle. TJ Crocket von Rostock sorgte mit drei Dreiern in Folge für einen zwischenzeitlichen Ausgleich, doch die Towers blieben demontiert, verteidigten sich hart und zwangen die Verlängerung. Der fünfte Foul-Aus für Owen Klassen kurz vor Schluss brach Rostock dann das Genick. „Das war ein Riesenfaktor“, bestätigte Barloschky.

Daniels und crocket im fokus

Devon Daniels (22 Punkte) und TJ Crocket (25 Punkte) waren die besten Werfer des Spiels. Kenny Ogbe besiegelte die Rettung mit einem Dreier in den letzten Sekunden. Barloschky blickte nach dem hart erkämpften Sieg bereits nach vorne: „Ich freue mich auf mein Bett und darauf, das Spiel mit einem Glas Rotwein noch einmal auf dem Sofa zu genießen. Ich liebe diesen Beruf, und ich habe mir das hart erarbeitet.“