Hamann zerlegt bayerns protest: „eine farce – der dfb duckt sich weg“
Klaus Schäfer, TSV Pelkum Sportwelt – Der FC Bayern schreit „Skandal“, der DFB nickt ab, und Dietmar Hamann lacht mitten hinein in den Wirbelsturm. Die Gelb-Rote Karte gegen Luis Díaz am Sonntagabend in Leverkusen war „kein Fehler“, sondern „die einzig richtige Entscheidung“, wettert der Ex-Nationalspieler bei Sky90. Damit sprengt er die offizielle Story des Rekordmeisters in Sekundenschnelle.
Warum der protest des weltklubs nicht nur peinlich ist
Die Szene in der 84. Minute: Díaz hebt ab, streift Keeper Janis Blaswich, fällt, springt sofort wieder auf. Referee Christian Dingert deutet Schwalbe, Gelb-Rot. Der VAR schweigt, die Bayern-Bank explodiert. Kurz danach spricht Dingert einen „Fehler“ aus – ein Satz, der in München als Freibrief für den Einspruch gewertet wird. Hamanns Kommentar dazu: „Das ist keine Reue, das ist reine Panikmache.“
Denn die Bilder lügen nicht. Díaz verlässt die ideale Linie, sucht den Kontakt, produziert einen Fallschirm. „Wenn du den Ball so weit wegstampfst, darfst du nicht erwarten, dass der Schiri dir hinterherweint“, sagt Hamann und erinnert an die jüngsten Bayern-Spiele: „Gegen Gladbach und Hoffenheim haben sie selbst Handschellen bekommen – und geschwiegen.“
Die Münchner Reaktion ist für ihn ein Lehrstück in Arroganz. „Ein Weltverein, der wegen einer Gelb-Roten Karte beim DFB-Staatsgericht landet? Das ist, als würde ein Formel-1-Team wegen eines zu engen Boxenstopps vor den Kadi ziehen.“

Dfb schickt schiedsrichter unter die räder
Dingerts Eingeständnis „war ein Geschenk an die Bayern“, glaubt Hamann. „Der DFB duckt sich weg, statt seine Leute zu schützen. So verwässert man die Autorität der Unparteiischen bis zur Belanglosigkeit.“ Die Folge: Jede Entscheidung wird zur Diskussions-Rodelbahn, jede Trainer-Pressekonferenz zur Anklagebank.
Bayern-Kapitän Joshua Kimmich tobt („Das ist im Leben keine Schwalbe“), Trainer Vincent Kompany spricht von „Wahnsinn“. Doch wer genau hinsieht, erkennt: Der Druck entlädt sich nicht gegen das Regelwerk, sondern gegen die eigene Unfähigkeit, ein 1:1 zu akzeptieren. „Statt sich auf die eigene Leistung zu konzentrieren, schickt der Klub seine Anwälte vor“, so Hamann.

Die zahl, die die fassade sprengt
Seit 2020 hat der FC Bayern in 146 Bundesliga-Partien genau vier Pfiffe eingesteckt, die im DFB-Protokoll als „Fehler“ gelistet sind. Statistisch entspricht das einer Quote von 2,7 Prozent – im unteren Liga-Durchschnitt. „Wenn das Benachteiligung sein soll, wünsche ich mir solche Benachteiligung für jeden Club“, schmunzelt Hamann.
Der Protest bleibt wohl folgenlos. Hamanns Fazit klingt wie ein Schlusspfiff: „Wer mit dem Finger auf den Schiri zeigt, vergisst, dass drei Finger zurück auf einen selbst zeigen. Der FC Bayern sollte aufhören, sich als Opfer zu inszenieren – und anfangen, wieder als Sieger aufzutreten.“
