Haaland zahlt 120.000 euro für buch – und schenkt es einfach weg

Erling Haaland hasst Lesen. Trotzdem kaufte er sich ein Buch – für 1,3 Millionen norwegische Kronen. Die Rechnung: 120.000 Euro. Die Pointe: Er behält es nicht. Stattdessen landet das 1594 gedruckte Prachtexemplar von Snorre Sturlasons Königssagen in der Stadtbücherei von Time, einem 16.000-Seelen-Flecken südlich von Stavanger, wo der Torjäger die Jugend verbrachte.

Warum ein fußballstar plötzlich bibliothekar spielt

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Die Auktion fand am 5. Dezember statt, das Ergebnis schwappte erst jetzt durch die Medien. Haaland schlug gemeinsam mit seinem Vater Alf-Inge zu. Der Grund: „Jeder soll nachlesen können, wer aus Bryne und Jären stammt“, sagt der 25-Jährige. Dahinter steckt kein Gag, sondern Provinzstolz. In der Region wächst seit Jahren kein Weltklasse-Sp mehr hoch; die letzte Hoffnung trägt inzwischen das Stadiontrikot von Manchester City.

Das Buch ist kein beliebiger Foliant. Es gilt als Ur-Text der norwegischen Identität, 400 Seiten Pergament, gesetzt mit Lettern, die noch das Mittelalter atmen. Für Sportler ist es ein Trainingsgerät gegen kulturelle Amnesie. Haaland will Schulklassen dazu zwingen, die Handball-Plätze zu verlassen und die Geschichten der Vorfahren zu studieren. Die Bibliothekarin von Time jubelt: „Wir hatten noch nie ein Objekt, das mehr wert ist als unser gesamtes Gebäude.“

Der Transfer-Sommer 2026 steht vor der Tür. Während andere Stars sich mit Privatjets und Juwelen inszenieren, schlägt Haalarm eine andere Kerbe. 120.000 Euro für ein Buch – das ist mehr, als ein durchschnittlicher Norweger in zwei Jahren verdient. Die Botschaft: Lesen lohnt sich, selbst wenn man selbst lieber Tore schießt. Die Kommune Time baut bereits eine Vitrine, klimatisiert, beleuchtet, abschließbar. Ein Fußballmuseum gibt es dort auch. Bald stehen Trikot und Foliant nebeneinander – Torjäger und Text, Kunst aus Stahl und aus Worten.

Haaland selbst wird beim nächsten Heimaturlaub vorbeischauen, verspricht er. Keine Signierstunde, keine PR-Show. „Ich schaue nur, ob die Kids es anfassen“, sagt er. Wenn er dann wieder nach Manchester zurückfliegt, bleibt ein 430 Jahre altes Buch zurück – und ein Dorf, das plötzlich weiß, dass seine Geschichte mehr wert ist als jedes Transfer-Budget der Welt.