Guardiola zieht sich verkatert zurück – doch er flüstert: noch ist madrid nicht durch

Pep Guardiola schlich mit hangendem Kopf durch die catacombe-Stahltür, das 0:3 in Madrid noch im Nacken. Drei Tore von Federico Valverde hatten Manchester City in die Knie gezwungen – und die englische Presse anschließend in die Tasten.

Was folgte, war kein Sturm, sondern ein Orkan. The Telegraph attestierte den Citizens, sie seien „in Stücke gerissen“ worden, The Guardian befand, Guardiolas Offensiv-Plan entlarve ihn als „taktischen Neuling“. Die Sun schließlich sieht City vor dem Rückspiel am Dienstag (21.00 Uhr/DAZN) bereits „am Abgrund“ – und das, obwohl Gianluigi Donnarumma mit seinem gehaltenen Elfmeter gegen Vinicius Junior (58.) Schlimmeres verhinderte.

Bernardo silva spricht aus, was alle denken

„Jetzt sieht es wirklich düster aus“, sagte Bernardo Silva bei TNT Sports. Drei Jahre in Folge scheitern in der Champions League an Real – diese Spirale droht zur düsteren Routine zu werden. Doch Guardiola, der Mann der tausend Ideen, will noch nicht einpacken. „Ich hatte das Gefühl, dass wir besser waren als das Ergebnis“, murmelte er, als hätte er selbst seinem Gefühl nicht getraut. „Im Fußball weiß man nie. Wir werden es versuchen.“

Die Zahle sprechen eine andere Sprache: Kein Team drehte in der Geschichte der Königsklasse ein 0:3 auswärts. Kein Team mit Guardiola am Rand des Rasens. Die Frage ist nicht, ob City es schaffen kann – sondern, ob Guardiola sich selbst erlaubt, an Statistiken zu glauben. Er, der sonst jeden Gegner in Zahlen zerpflückt, flüchtet sich jetzt ins Bauchgefühl.

Der mythos vom comeback lebt – zumindest im kopf des trainers

Der mythos vom comeback lebt – zumindest im kopf des trainers

Am Dienstag wird das Etihad-Stadion kochen, 55.000 Stimmen werden versuchen, das Unmögliche wahr werden zu lassen. Guardiola wird wieder in der Technik-Zone stehen, die Hände in den Taschen, die Augen im Rasen versenkt. Vielleicht ist genau das sein letzter Trumpf: dass er noch immer nicht kapiert hat, wann eine Runde vorbei ist.

Real reist mit einem Bein im Halbfinale, City mit einem Fuß im Grab – und trotzdem wird diese Geschichte erst am Dienstag endgültig geschrieben. Guardiola weiß: Wer einmal den Abgrund anstarrt, kann auch einfach springen. Oder zurückschlagen.