Leverkusen fliegt arsenal an, dann der pfeffersack: havertz trifft, werkself kocht

Ein Kopfball, ein Klassiker, ein Krawall. Bayer Leverkusen lag 1:0 gegen Arsenal, hatte die Königsklasse am Hacken – bis Schiedsrichter Halil Umut Meler in der 88. Minute pfeift, Noni Madueke fällt, Kai Havertz verwandelt. 1:1. Die BayArena tobte, Simon Rolfes sprach von „glasklarer Fehlentscheidung“, Robert Andrich von „kaum Kontakt“. Die Europa-League-Sieger stehen mit leeren Händen da, aber mit vollem Koffer Frust.

Die szene, die alle reden macht

Malik Tillman streift Madueke, der Engländer geht erst zwei Schritte später zu Boden. Meler zeigt sofort auf den Punkt, VAR Denis Higler bleibt stumm. „Internationale Härte? Fehlanzeige“, sagt Rolfes, der sich ins Zeug legte, als hätte er selbst noch 90 Minuten auf der Außenbahn gespielt. „Früher lachte man über so einen Sturz, heute zählt er als Strafstoß.“

Kasper Hjulmand, sonst ein Mann der Zahlen und der Ruhe, schlug die Faust in die Taktiktasche. „Wir haben Arsenal weggeschossen, dann bekommen wir diesen Gutschein geschenkt.“ Dabei hatte der Däne seine Elf perfekt eingestellt: Andrich als Box-to-Box-Kreuzritter, Jeremie Frimpong als Turbo auf der Rechten, Granit Xha als Regisseur gegen die Ex-Kollegen.

Die zahlen lügen nicht

Die zahlen lügen nicht

Leverkusen erlaubte den Gästen nur zwei Torschüsse bis zur 80. Minute, gewann 56 Prozent der Zweikämpfe, erzielte die Führung durch Andrichs Kopfball nach Ecke von Alex Grimaldo. Die Expected-Goals-Statistik: 1,8 zu 0,9 für die Werkself. Doch der Effekt ist ein anderer: wer in der K.o.-Phase schlafen darf, wird bestraft. Tillman schlief, Meler pfeifte, Havertz traf – und lächelte dabei sein altes Stadion an.

Die Ironie: Havertz hatte in dieser Arena einst seine Karriere auf Hochglanz poliert, nun schlägt er mit dem Dolchstoß. „Kai kennt jede Grashalme hier“, sagte Andrich, „aber das macht ihn nicht weniger brutal.“

Was jetzt zählt

Was jetzt zählt

Am Dienstag geht’s nach London, 21 Uhr, Prime Video, Emirates-Dröhnung. Leverkusen braucht ein Tor, vielleicht zwei. Die Auswärtsbilanz in England: sieben Spiele, kein Sieg. Doch die Mannschaft flog trotzdem mit Hoffnung ab. „Wir haben Arsenal gezeigt, dass sie zittern müssen“, sagte Hjulmand. Und Rolfes fügte hinzu: „Wenn wir so spielen wie gestern, fliegen die Gunners raus.“

Die Lehre: In der Champions League zählt nicht nur Spielkultur, sondern auch Schiedsrichterkultur. Leverkusen lernte es auf die harte Tour. Nächste Woche dürfen sie es lehren.