Grimaldo einsam in spanien: leverkusens flügelflitzer ist der letzte bundesliga-mann
Er war dabei, als Spanien Europas Thron eroberte – und er ist der Einzige, den Luis de la Fuente aus Deutschlands Ligen mitnimmt. Alejandro Grimaldo, Bayer Leverkusens Tempogarant auf der linken Außenbahn, steht als einziger Bundesligaprofi in der 27-köpfigen Testspiel-Liste der Furia Roja.

De la fuente setzt auf bewährtes – und vier neue
Die Partien gegen Serbien (27. März) und Ägypten (31. März) sind das letzte Feuerwerk vor der WM-Nominierung. Deshalb mischt der Nationaltrainer erstmals Joan García zwischen die Pfosten – der 23-Jährige rückt bei Barça gerade in die Stammrolle. Cristhian Mosquera (Arsenal London), Ander Barrenetxea (Real Sociedad) und Victor Muñoz (Osasuna) erhalten ebenfalls ihre Premiere, während Nico Williams wegen anhaltender Beschwerden fehlt und Gavi nach seinem Kurz-Comeback erneut pausieren muss.
Grimaldo hingegen war untrennbar mit Spaniens EM-Erfolg 2024 verbunden. Seine Hereingaben aus dem Halbraum zerrissen Gegner, seine Standards trafen wie Giftpfeile. Nun soll er dieses Niveau auf die USA, Mexiko und Kanada tragen – Spanien trifft dort auf Kap Verde, Saudi-Arabien und Uruguay. Die Nachricht, dass er als einziger deutschen-Liga-Akteur nominiert wurde, schlägt in Leverkusen bereits hohe Wellen. Trainer Xabi Alonso hatte Grimaldos Entwicklung zum „linksintelligenten Ballverteiler“ gelobt – genau die Qualität, die de la Fuente für seine Tiki-Taka-Variante braucht.
Die spanische Presse feiert die Liste als Balance zwischen Kontinuität und Frische. 13 EM-Helden sind wieder dabei, darunter Rodri, Morata und Lamine Yamal. Doch der Blick richtet sich auch auf die Abgänge: Williams‘ Ausfall entzieht dem System explosive Tiefe, Gavis Aussetzer mahnt zur Vorsicht. Die WM läuft vom 11. Juni bis 19. Juli – wer jetzt glänzt, bucht das Ticket. Grimaldo kennt die Regel: Trainingsplatz Kansas, 28 Grad, kein Schatten. Dort wird sich zeigen, ob Leverkusens Flügelflitzer auch auf dem größten Büttenkontinent der Welt die Geschwindigkeit diktiert.
Die Zahlen sprechen für ihn: 13 Torbeteiligungen in 28 Pflichtspielen dieser Saison, 86 % gewonnene Zweikämpfe im offensiven Drittel. Kein anderer Außenverteidiger Europas kombiniert Passsicherheit (91 %) mit Direktgefahr so konsequent. Spanien braucht genau diesen Typus, um gegen tiefe Abwehrblöcke nicht in Ballbesitz-Tristesse zu verharren. Entscheidend wird, ob Grimaldos Kondition die Reisefrequenz verkraftet – zwischen Bundesliga-Endspurt und WM-Gruppenphase liegen nur 14 Tage Erholung.
Für Leverkusen ist die Nominierung ein PR-Coup: Noch nie zuvor stellte der Klub einen spanischen WM-Akteur. Manager Simon Rolfes sieht darin „die Bestätigung unseres Entwicklungsmodells“. Und für Grimaldo persönlich? Er könnte zum ersten Außenbahnspieler seit 2010 werden, der in einem Kalenderjahr Europa- und Weltmeister wird. Das wäre mehr als nur ein Eintrag in den Geschichtsbüchern – es wäre der endgültige Beweis, dass der Sprung von Benfica zu Leverkusen nicht nur ein Transfer, sondern ein Katalysator war.
