Grifo pulverisiert petersens torrekord und schickt freiburg ins viertelfinale
Ein Smets-Patzer, ein Grifo-Tor, ein magischer Abend. Der SC Freiburg schlägt KRC Genk 5:1 und steht erstmals im Europa-League-Viertelfinale. Vincenzo Grifo wird zum alleinigen Rekordtorschützen – und lässt die Kabine bereits vibrieren.
Nach 120 europäischen Partien ohne Viertelfinal-Ticket war es ein Abend, der alles in sich vereinte: Historie, Drama, Rekord und Party. Der SC Freiburg nutzte die 53. Minute, als Genks Matte Smets den Ball gegen den eigenen Schienbein beförderte, um mit einem 3:1 den Genickbruch zu landen. Als Schlusspfiff ertönte, stand es 5:1 – und Vincenzo Grifo hatte mit seinem 106. Pflichtspieltreffer Nils Petersen als bester Freiburger Schützen aller Zeiten abgelöst.
Grifo fordert schuster zum schweigen auf
„Musik laufen lassen, nicht zu viel schwätzen“, lachte Grifo nach dem Spiel und winkte Coach Julian Schuster in die Kabine. Der Trainer hatte seine Mannschaft vor allem mit Emotion geladen: „Wir wollten Leidenschaft, wir wollten Energie – und wir haben beides bekommen.“ Die Kurve brüllte 90 Minuten lang, die Spieler liefen 112 Kilometer, die höchste Sprintzahl der Saison. Analysen kann es geben, wenn der Promillepegel wieder sinkt.
Für viele Anhänger ist der Erfolg versöhnlicher Lohn für Jahre des Grübelns. „Viele Fans haben mitgemacht, als wir um den Klassenverbleib zitterten“, erinnerte sich Schuster. „Diese Reisen, diese Nächte – das ist der Dank.“

Celta vigo wartet – und grifo ist heiß
Am 9. April empfängt Freiburg Celta Vigo zum Hinspiel, eine Woche später geht’s nach Galicien. Der Spanier warf Olympique Lyon raus, gilt aber als machbarer Gegner. Für Grifo zählt nur eins: „Wir wollen weiterträumen.“ Sein Rekordtor war zwar ein Abstauber, aber er hätte auch per Fallrückzieher fallen können – die Schönheit spielt keine Rolle, wenn die Geschichte stimmt.
Die Zahlen sprechen ohnehin für sich: 14 Heimspiele in Folge ungeschlagen, 21 Tore in der laufenden Europa-League-Saison, 65 Prozent Ballbesitz gegen Genk. Und ein Verein, der plötzlich mit Real Sociedad und AS Roma in einem Atemzug genannt wird. Der SC Freiburg ist nicht mehr der Außenseiter, der gern mitsurft – er ist der Gast, den niemand haben will.
Mit jedem Siebener-Pass von Maximilian Eggestein, mit jedem Grifo-Schlenzer wächst das Selbstverständnis. Die Europa League hat Freiburg nicht nur ein Viertelfinale geschenkt, sondern auch eine neue Identität: vom Provinzklub zum Rekordmann, von der Relegation zur Rhythmusgruppe in der Kabine. Der nächste Gegner heißt Celta Vigo, aber das einzige, was noch zählt, ist der Sound der Boxen – und der Satz, den Grifo in die Nacht hinaus rief: „Wir sind da, wo wir hingehören.“
