Reggiani verlängert früh – dortmund sichert sich italienisches abwehrjuwel

Luca Reggiani schreibt seine Geschichte im Turbo-Tempo. Drei Tage nach seinem ersten Bundesliga-Tor unterschreibt der 18-Jährige beim BVB den nächsten Profivertrag – diesmal ohne Ablaufdatum. Dortmund bindet das Abwehr-Talent langfristig, beiläufig verlängert der Klub auch die Hoffnung auf eine neue Innenverteidigungs-Ära.

Ein treffer, ein vertrag, ein signal

Die Chronologie ist nicht Zufall. Gegen Augsburg köpfte Reggiani zum 2:0, rannte nach links zum Fanblock, ließ sich von Edin Terzić in den Arm nehmen und wirkte, als würde ihm selbst das Tempo seinsten eigenen Aufstiegs schwindelig. Am Freitag setzte er den Stift unter Papier, das Dokument gilt offiziell als „langfristig“ – in der Fussball-Sprache bedeutet das: wer ihn jetzt holen will, muss die Ablöse in astronomische Regionen treiben.

Der italienische U-19-Nationalist ist kein Geheimtipp mehr. Geboren in Modena, entdeckt vom BVB-Scouting vor zwei Jahren, durchlief er U 17, U 19 und landete direkt im Profikader. Die Bilanz: ein Champions-League-Einsatz in Bergamo, Note 2,0; ein Bundesliga-Startelf-Debüt gegen Augsburg, Note 2,0; ein Platz in der kicker-Elf des Spieltags. Zahlen, die eine Karriere beschleunigen wie ein Slalom um die Markerstangen.

Warum dortmund jetzt zuschlägt

Warum dortmund jetzt zuschlägt

Der Verein handelt aus Erfahrung. Nach Jude Bellingham und Youssoufa Moukoko wollte man nicht erneut zusehen, wie ein Eigengewächs die Preisspirale erst in fremde Vermarktungsstrukturen treibt. Lars Ricken spricht deshalb vom „konsequenten Weg“, Sebastian Kehl betont die „Qualität und Anlagen“, die Reggiani mitbringe. Gemeint ist: Hier wächst jemand, der längst über Bundesliga-Niveau spricht, aber noch Dortmund-Kultur atmet.

Reggiani selbst klingt wie ein Fan, der zufällig selbst spielen darf: „Als ich vor zwei Jahren hier ankam, war es mein Traum, im Signal Iduna Park zu stehen.“ Der Satz ist kein PR-Satz, sondern ein Relikt aus der Tribünenzeit, als er wie viele Jugendliche vor dem Stadionfoto posierte. Nur hat er eben statt des Selfies jetzt den Rasen unter den Stollen.

Was das für den kader bedeutet

Was das für den kader bedeutet

Mit Nico Schlotterbeck und Niklas Süle haben die Westfalen etablierte Kräfte, mit Mats Hummels einen erfahrenen Coach in Person. Reggiani aber liefert die Option auf frische Impulse. Er ist linksfüssig, schnell im Aufbauspiel und vor allem: unbelastet von Erwartungen, die sich aus Millionen-Transfers speisen. Die Statistik zeigt, dass Innenverteidiger, die vor ihrem 20. Lebensjahr mindestens 900 Bundesliga-Minuten sammeln, in 78 Prozent der Fälle mindestens zehn Jahre auf höchstem Niveau durchhalten – ein Wert, den der BVB-Statistik-Department intern gern zitiert.

Die Botschaft an Konkurrenten ist klar: Wer künftig ein Dortmund-Trikot tragen will, muss sich mit Reggiani messen – und der hat gerade erst begonnen, seine eigene Marke zu zementieren. Der Vertrag gibt ihm Sicherheit, dem Klub Planbarkeit. Beide Seiten wissen: In einem Sommer, in dem Bayern und Barcelona wieder auf Talentejagd gehen, ist Vorarbeit die beste Abwehr. Reggiani unterschrieb – und schliesst damit nicht nur seine Zukunft ab, sondern auch die Lücke, die Dortmund in der Innenverteidigung noch vor einem Jahr klaffte.