Gladbach-kapitän im fokus: fanprotest eskaliert – polanski verteidigt reitz

Borussia Mönchengladbach bangt nicht nur um den Klassenerhalt, sondern auch um die Stimmungslage im Umfeld des Teams. Beim Auswärtsspiel in Leipzig kam es zu einem deutlichen Fanprotest gegen Kapitän Rocco Reitz, der im Sommer zu RB wechselt. Die Aktion wirft Fragen auf und belastet die ohnehin angespannte Situation im Abstiegskampf.

Die eskalation im block

Die Fan-Szene von Borussia Mönchengladbach ist bekannt für ihre kreativen Protestaktionen. Doch die Inszenierung in Leipzig ging weit über das übliche Maß hinaus. Zwei Spruchbänder mit den Inhalten „Wer das hier will, darf niemals unser Kapitän sein“ und „Keine Akzeptanz für Reitz“ richteten sich direkt gegen den Mittelfeldspieler, dessen Wechsel zu RB Leipzig bereits feststeht. Die Aktion erfolgte, während das Team mit 0:1 verlor und verdeutlichte die tiefe Enttäuschung vieler Fans über den Abgang ihres Kapitäns.

Die Transfereinnahme von rund 20 Millionen Euro mag für den Verein eine erfreuliche Nachricht sein, doch die emotionale Bindung zu einem Spieler, der als Identifikationsfigur galt, ist offenbar nachhaltig beschädigt worden.

Polanski nimmt die fans in schutz – reitz schweigt

Polanski nimmt die fans in schutz – reitz schweigt

Trainer Eugen Polanski zeigte Verständnis für die Proteste und betonte die Meinungsfreiheit der Fans. „Als bekannt wurde, dass Rocco zu RB geht, habe ich gesagt, dass auf ihn und den Klub etwas zukommen wird. Das ist Meinungsfreiheit, von daher haben die Fans ein gutes Recht, auch solche Plakate hier aufzuhängen“, erklärte er nach dem Spiel. Er betonte, dass die Aktion die Mannschaft nicht beeinträchtige. Reitz selbst äußerte sich zu dem Vorfall nicht.

Es gab aber auch schnell Unterstützung aus dem eigenen Team. Torwart Moritz Nicolas erklärte: „Rocco ist unser Kapitän. Wir sind eine Mannschaft, jeder steht für jeden ein. Ich hätte ihn gern in Gladbach behalten, aber er hat seine Entscheidung getroffen, und die gilt es zu akzeptieren.“ Auch Mittelfeldspieler Philipp Sander stärkte Reitz den Rücken: „Für uns ist das gar kein Thema. Rocco ist reflektiert genug, dass er wusste, dass nach so einer Entscheidung Gegenwind auf ihn zukommen wird. Wir als Mannschaft stärken ihm den Rücken.“

Ein abgang, der spaltete

Ein abgang, der spaltete

Die Forderung, Reitz als Kapitän absetzen zu wollen, kam aus Fan-Kreisen, wurde aber von Trainer Polanski nicht unterstützt. Die Situation zeigt deutlich, wie polarisierend der Wechsel eines Leistungsträgers sein kann, insbesondere wenn dieser gleichzeitig als Kapitän fungiert. Die Verantwortlichen müssen nun alles daran setzen, die Einheit im Team zu wahren und den Fokus auf den Abstiegskampf zu legen.

Die Leistung von Reitz selbst ließ offenbar keine größeren Nachwirkungen des Protests erkennen. Im Gegenteil: Er zeigte in Leipzig eines seiner besseren Spiele in den letzten Wochen, was seinen Charakter und seine Professionalität unterstreicht. Doch die Frage, ob diese Leistung ausreicht, um die Wogen der Enttäuschung zu glätten, bleibt offen.