Gislason schießt zurück: offene abrechnung nach em-silber

Nach silbermedaille: gislason reagiert auf kritik

Nach dem erfolgreichen Abschneiden bei der Handball-Europameisterschaft, inklusive der hart erkämpften Silbermedaille, hat sich Bundestrainer Alfred Gislason zu einer deutlichen Abrechnung mit seinen Kritikern entschlossen. Die Reaktion des 66-Jährigen zeigt, unter welchem immensem Druck er während des Turniers stand. Anstatt die Lorbeeren für das junge Team zu genießen, musste sich der Isländer offenbar Luft verschaffen.

Scharfe worte in der bild-zeitung

Scharfe worte in der bild-zeitung

Über die Bild-Zeitung rechnete Gislason mit seinen zahlreichen Kritikern ab, die er als „Selbstdarsteller“ bezeichnete, die jederzeit bereit seien, „uns ans Bein zu pinkeln“. Konkrete Namen nannte er zwar nicht, doch es ist davon auszugehen, dass er insbesondere die Podcaster meinte, die ihn während des Turniers in Dänemark scharf kritisiert hatten.

Kritik von ex-nationalspielern

Im Dyn-Podcast „Harzblut“ hatten die Ex-Nationalspieler Stefan Kretzschmar, Pascal Hens und Michael Kraus Gislasons Entscheidungen analysiert und diskutiert – oft kritisch. Von vermeintlichen „Buzzer-Blackouts“ bis hin zur Torwart-Debatte, Gislason stand stets im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung.

Gislason verteidigt seine entscheidungen

Nach dem Finale gegen Dänemark (27:34) wehrte sich Gislason energisch: „Keiner von denen war jemals Trainer. Ich kenne deren taktisches Verständnis. Und keiner von denen hat damals in der Abwehr gestanden.“ Er betonte, dass seine Kritiker nicht die Erfahrung und das Fachwissen besäßen, um seine Entscheidungen zu beurteilen.

Unterstützung aus dem team und verband

Trotz des Gegenwinds, der durch die unglückliche Formulierung von Verbandspräsident Andreas Michelmann kurz vor der EM noch verstärkt wurde, genießt Gislason weiterhin das Vertrauen im Team. Ex-Weltmeister Dominik Klein lobte ihn auf web.de als „Fels in der Brandung“ und hob seine „Ehrlichkeit“ als größte Qualität hervor. Er sei ein heimlicher Menschenfänger.

Zukunft des bundestrainers: entscheidung steht bevor

Gislason hat der Nationalmannschaft einen erfolgreichen Umbruch ermöglicht und Deutschland mit Olympia- und EM-Silber zurück in die Weltspitze geführt. Seine Position scheint für die Heim-WM 2027 so sicher wie selten. Ob er darüber hinaus im Amt bleibt, entscheidet sich am 27. Februar, wenn sich das DHB-Präsidium in Hannover zur Analyse trifft. Eine Entscheidung über eine Vertragsverlängerung wurde bislang nicht bekannt gegeben.