Gasperini ignoriert fabregas – spaniens trainer schockiert über roma-snub
Der Handschlag kam nicht. Und das war keine Nebensache.
Cesc Fabregas wartete am Spielfeldrand, Hemd noch in der Hand, Blick suchend. Gian Piero Gasperini schritt bereits mit schnellen Schritten Richtung Kabinentunnel – 2:1-Sieg für Como, Platz vier in der Tabelle, alles andere war für den AS-Roma-Coach Nebensache. Doch genau diese Geste, das Auslassen des Rituals, sorgte postmatch für den größten Knall.
„Ich bin auf ihn zugegangen, wie ich es immer tue – Sieg oder Niederlage, egal“, sagte Fabregas vor den Mikrofonen von Sky Sport Italia. „Er ist direkt weggelaufen. Das hat mich betrübt. So wurde ich erzogen: Man grüßt den Gegner, auch wenn man den Schiedsrichter verantwortlich macht oder die Niederlage schmerzt.“

Knackpunkt: wesleys gelb-rote karte in der 71. minute
Die Szene, die Gasperini auf 180 Grad brachte, war die Ampelkarte gegen Wesley. Der Brasilianer sah Gelb, weil er mit der Spitze des Stollens aufstand – laut Referee ein überharter Einsatz. Minuten später jubelte Como durch Doumbia das 2:1. Gasperini polterte später: „Wieder einmal entscheidet ein fragwürdiger Elfmeter oder eine Karte gegen uns. Ich gebe meine Hand nicht, wenn ich mich ungerecht behandelt fühle.“
Der 2:1-Erfolg war Comos drittes Spiel ohne Gegentor in Serie. Die kleine Provinzmannschaft aus Lombardei schob sich mit 46 Punkten auf Rang vier – vor Lazio, vor Atalanta, vor eben jener Roma. Fabregas’ Spielphilosophie – hohes Pressing, schnelle Positionswechsel, Spielaufbau über die Außenverteidiger – wirkt wie ein Exportschlager aus seiner Barça-DNA. „Ich sehe keine Mannschaft in der Liga, die so dominant kombiniert wie wir“, sagte er. „Selbst Inter hatte in der ersten Hälfte Probleme, uns zu entschärfen.“
Gasperini wird der Kontrollausschuss erwarten. Schiedsrichter-Beleidigung und Nicht-Handschoß gelten in der Serie A als Tadel delikate. Fabregas indessen will die Geschichte abschließen. „Ich werde ihm sicherlich wieder die Hand geben, wenn wir uns das nächste Mal sehen. Aber ich hoffe, dass er dann auch dasteht und nicht einfach verschwindet.“
Comos Kurs Richtung Europa League ist Realität. Die Roma taumelt auf Platz acht – drei Punkte hinter dem Viertelfinal-Platz. Und die Moral von der Geschichte? Wer nicht grüßt, steht plötzlich im Zentrum – statt in der Tabelle.
