Magath und kahn zerreißen nagelsmanns wm-interview: „so würde ich es nicht machen“
Julian Nagelsmann wollte mit seinem großen Interview Klarheit schaffen. Stattdessen liefert er Felix Magath und Oliver Kahn Munition für einen frontalen Angriff auf seine Kommunikationsstrategie. Die beiden Bayern-Urgesteine zerlegen den Bundestrainer, noch beidie WM in den USA losgeht.
Magath attackiert: „so würde ich es nicht machen“
Bei Sky lässt Magath kein gutes Haar an Nagelsmanns frühzeitiger Personalplanung. „Gerade weil man nie weiß, was in Zukunft passiert“, stichelt der 72-Jährige und unterstellt dem 38-jährigen Bundestrainer Naivität. Der Ex-Coach von Bayern, Wolfsburg und dem DFB weiß, wie schnell Turnierpläne implodieren: „Ich muss eine Vorstellung haben, wie ich spielen will. Aber dennoch bin ich darauf angewiesen, dass auch alles so kommt.“
Magaths Kernkritik: Nagelsmann schneidet sich mit seiner Offenheit selbst. Wer zwölf Monate vor der WM schon Namen nennt, dem fehlt der Spielraum für Krisen. „Es passiert so viel“, mahnt Magath und erinnert an verletzte Leistungsträger, Formtiefs und interne Revolten. Seine Devise: „Alles offenhalten.“

Kahn zweifelt an der spielerbasis: „die jungs müssen für dich durchs feuer gehen“
Oliver Kahn schlägt in dieselbe Kerbe. Für den ehemaligen Bayern-Kapitän ist Nagelsmanns Interview ein Eigentor. „Das müssen die Spieler auf eine gewisse Art und Weise spüren“, fordert Kahn. Doch genau das fehle, wenn der Coach schon jetzt Stammplätze verspricht. „Das wird dann schwierig“, prophezeit er und meint: Die Mannschaft wird sich fragen, warum sie noch kämpfen soll, wenn die Entscheidungen längst fallen.
Magath ergänzt: „Du brauchst die anderen ganz genauso.“ Die Bank ist kein Abstellgleis, sondern die Versicherung für den Ernstfall. Wer sie vorzeitig aburteilt, riskiert, dass sie sich im entscheidenden Moment nicht mehr beweisen will.
Für Nagelsmann wird der Druck noch größer. Die WM in den USA rückt näher, die Kritik aus den eigenen Reihen auch. Magath und Kahn haben das Tor aufgestoßen – jetzt wird sich zeigen, ob der Bundestrainer seine Linie korrigiert oder auf dem eingeschlagenen Kurs festfährt. Die Antwort liefert nicht das nächste Interview, sondern der Platz.
