Niels hintermann beendet karriere: krebsüberlebender lehnt risiko auf der piste ab

Niels Hintermann ist fertig. Der 30-jährige Schweizer Skirennläufer, der erst vor wenigen Monaten den Krebs besiegte, beendet seine Karriere mit sofortiger Wirkung. Der Grund: Panikattacken und die Erkenntnis, dass ein zweites Leben kein Spielball ist.

Die panik schlug im bergwald ein

In Garmisch-Partenkirchen, beim Weltcup Anfang März, spürte er es erstmals richtig. „Eine Panikattacke nach der anderen“, sagt er im Schweizer Fernsehen. Sein Körper zitterte, sein Kopf malte Szenarien, die man am Start nicht braucht. Hintermann fuhr nicht. Er konnte nicht.

Die Diagnose Lymphdrüsenkrebs im Oktober 2024 hatte seine Welt aus den Angeln gehoben. Die Rückkehr in dieser Saison war ein Kraftakt, kein Siegeszug. Platz sechs in Kitzbühel war das beste Ergebnis, doch die Podesträume blieben aus. Nicht wegen der Technik, sondern wegen des Kopfs.

Hypnose half im alltag, nicht aber auf 120 km/h

Hypnose half im alltag, nicht aber auf 120 km/h

Er probierte alles. Hypnose, Atemtechniken, Gespräche. „Im Alltag funktionierte es“, sagt er. „Aber wenn ich dann an den Start gehe, sagen mein Körper und mein Kopf: Nein.“ Die Geschwindigkeit, die Sturzgefahr, die Konkurrenz – all das war einst sein Element. Jetzt ist es eine Bedrohung.

„Ich bin nicht mehr bereit, mein Leben zu riskieren, wie ich es tun müsste“, erklärt er. Die Worte klingen nicht wie eine Entschuldigung, sondern wie eine Kampfansage an das Schicksal. Er will nicht mehr im Netz hängenbleiben, wie er es nennt. Er will gehen, bevor er fällt.

Dreimal weltcup, einmal zweites leben

Dreimal weltcup, einmal zweites leben

Dreimal stand er ganz oben auf dem Treppchen. Dreimal schrie er seine Freude in die Kameras. Doch der größte Sieg war der über den Krebs. „Ich habe ein zweites Leben geschenkt bekommen, und damit will ich nicht spielen“, sagt er. Es ist kein Rücktritt, es ist eine Befreiung.

Die Ski-Welt verliert einen Fahrer, der nicht nur schnell war, sondern auch ehrlich. Die TSV Pelkum Sportwelt verliert eine Geschichte, die Mut macht. Und Niels Hintermann? Der gewinnt sich selbst zurück.