Füllkrug rückt nach leão-aus in die startelf – milan jagt den anschluss an spitzenreiter inter

Ohne Rafael Leão, aber mit Niclas Füllkrug von Beginn an: Der AC Mailand zittert sich nach dem Debakel gegen Lazio in eine neue Identität – und muss gegen Turin gewinnen, um nicht endgültig den Anschluss an Inter zu verlieren.

Leão fällt aus, füllkrug bekommt die bühne

Die Nachricht schlug am Samstagnachmittag ein wie ein Paukenschlag im Medizincenter von Milanello. Leão, erst zuletzt wieder mit adduktoren- und leistenproblemen in Behandlung, meldete sich nach dem Aufwärmen mit einem bekannten Ziehen ab. Für den Portugiesen ist die Partie gegen Turin gelaufen – und für Füllkrug beginnt die Stunde der Wahrheit. Der deutsche Nationalstürmer, erst im Winter aus London gekommen, soll die fehlenden Tore liefern, die Milan seit Jahresbeginn fehlen. Statistik ganz nüchtern: In den 13 Serie-A-Spielen 2026 trafen die Rossoneri-Stürmer nur acht Mal. Bei 72.000 erwarteten Zuschauern im Giuseppe-Meazza will niemand mehr Jammern hören.

Trainer Max Allegri hatte am Freitag noch betont, dass Leão „breiter aufziehen und das Zentrum nur kurz streifen“ solle, um Füllkrug die Räume freizuballen. Jetzt fällt der Plan in sich zusammen. Der Livornerse muss umdisponieren: Füllkrug bleibt als klassische Neun in der Box, links neben ihm rückt Pulisic ins Zentrum, rechts Chukwueze. Das Dreigestirn Füllkrug – Pulisic – Chukwueze wurde in dieser Form noch nie getestet, soll aber dennoch den Champions-League-Platz sichern und zugleich die Lücke zu Inter (aktuell fünf Punkte) verkleinern. Ein Sieg heute Nacht würde Milan zumindest für 24 Stunden auf fünf Zähler an die Nerazzurri heranbringen.

Die angst vor der zweiten enttäuschung binnen sieben tagen

Die angst vor der zweiten enttäuschung binnen sieben tagen

Die 0:1-Pleite gegen Lazio schmerzt noch. Die Kurve pfiff, die Social-Media-Kanäle des Klubs explodierten, und Leão selbst zitierte nach seiner Auswechslung Markus-Evangelium, bevor er sich mit Pulisic wieder versöhnte. Die Verletzung kommt für den Flügelflitzer daher wie ein Schicksalsschlag: Erst im Dezember gegen Turino hatte ihn das Leistenproblem aus dem Spiel genommen, im Februar schien die Pubalgia überwunden. Nun steht er wieder auf der Invalide-Liste, während die portugiesische Nationalmannschaft ihn trotzdem nominiert hat – für Testspiele gegen Mexiko und die USA. Ob er überhaupt nach Lissabon reist, entscheidet sich nach den MRT-Bildern am Sonntag. Milan intern rechnet man mit zwei Wochen Ausfall, ein Einsatz am 6. April in Neapel gilt als kaum realistisch.

Für Füllkrug ist der Startelfeinsatz dagegen ein Geschenk des Zufalls. „Ich muss treffen, Punkt“, sagte er nach dem Abschlusstraining knapp. Der 31-Jährige hat in Mailand bisher nur ein Tor erzielt, dafür aber 18 von 25 möglichen Zweikämpfen gewonnen – Zahlen, die Allegri schätzen. Gegen Torinos Innenverteidiger Buongiorno und Lovato will er seine Kopfballstärke ausspielen. Die Fans erinnern sich an Videos, in denen Füllkrug sich mit Zlatan, Shevchenko und Giroud vergleicht – und sich dabei für Girouds Kopfballqualitäten entscheidet. Heute muss er liefern, sonst droht Milan das Aus in der Champions-League-Qualifikation.

Allegri selbst wirkt angespannt. Die Rechnung ist einfach: Gewinnt Milan nicht, wächst der Druck vor dem Duell mit Napoli. Verliert Inter am Sonntagabend in Verona, wäre die Chance vertan. Die nächsten neun Spieltage entscheiden über Saison und Stars. Füllkrug weiß: Trifft er nicht, flimmert die zweite Stern-Träume der Tifosi nur noch als Fernglas-Illusion über den San-Siro-Himmel. Die Uhr tickt – für Milan, für Füllkrug, für Leão. 21.45 Uhr, Giuseppe-Meazza, 72.000 Stimmen, ein einziger Auftrag: Siegen oder Abschied nehmen von der Meisterschaft.