Liga-gau: alle drei aufsteiger stürzen auf einmal ab – das gab es seit 29 jahren nicht mehr
Real Oviedo, Levante UD und Elche CF tanzen auf Rasen, der ihnen brennt. Nach 28 Spieltagen stehen sie exakt in der Reihenfolge, in der sie im Juni 2025 jubelten – nur dass die Emotionen jetzt reine Panik sind. 21, 23, 26 Zähler. Die rote Laterne, der Relegationsplatz, der erste sichere Abstiegsrang. Alle drei Neulinge gleichzeitig ganz unten. Das ist kein Trend, das ist ein historisches Debakel.
Ein szenario, das selbst statistiker zum zittern bringt
Die letzte Staffel, in der alle frisch Promovierten am Ende durchrutschten, datiert auf die Spielzeit 1996/97 – und damals schickte die Liga noch 22 Klubs auf den Platz, weshalb vier direkte Abstiege beschlossen wurden. Unter Normalbedingungen muss man bis 1966/67 zurückblättern, um einen identischen Crash zu finden. Fast sechs Jahrzehnte später droht Oviedo das Triple-Debakel, Elche erlebt nach der atemberaubenden Hinrunde einen freien Fall, und Levante taumelt seit dem ersten Spieltag zwischen Hoffnung und Realität.
Die Zahlen sind gnadenlos: Oviedo kassierte 47 Gegentreffer, Elche sieglose seit acht Partien, Levante nur zwei Auswärtspunkte seit Januar. Die Analysten von Opta fassen es lapidar zusammen: „Expected Goals unter 0,9 pro Match – das reicht nicht mal für die Segunda División.“ Trainerwechsel, Leihgeschäfte, interne Krisengipfel – nichts fruchtet. Die Uhr tickt. Noch zehn Spiele, um das Schicksal zu wenden.

Das erbe von 2021 wirkt wie ein spiegel – nur verkehrt
Vor vier Jahren schafften Mallorca, Espanyol und Rayo Vallecano das Kunststück, sich gemeinsam zu halten. Die Magie des Aufstiegs verwandelte sich in Saft und Kraft. Diesmal ist die Liga ein Pulverfass aus Angst. Die Stadien schreien sich an, weil jedes Heimspiel wie ein Finale endet. Der Druck zieht Kreise auf den Rängen, und die Spieler wirken wie Gefangene ihrer eigenen Statistik.
Für die Fans beginnt jetzt die Phase der schwarzen Zahlen: Flug- und Bustickets nach Valladolid, Almería und Leganés, nur um zu sehen, wie die eigene Mannschaft am Abgrund kratzt. Die Wirtschaftlichkeit der Klubs steht auf Messers Schneide – Abstieg bedeutet rund 50 Millionen Euro Einnahmeverlust durch TV-Gelder, Sponsoring und Ticketing. Ein Schicksal, das selbst gesunde Kassen in die Knie zwingt.
Die Liga selbst schweigt offiziell, doch intern brodelt es. Man will das 20-Vereins-Modell nicht anfassen, aber die Diskussion über eine Reform der Verteilungsschlüssel ist längst entfacht. Wer unten landet, zahlt doppelt: einmal sportlich, einmal finanziell. Am 23. Mai ist Saisonende. Dann entscheidet sich, ob Oviedo, Levante und Elche Geschichte schreiben – oder nur einen bitteren Fußnotenplatz beanspruchen. Die spanische Liga blickt gebannt auf ein Relegations-Krimi, das schon vor dem letzten Spieltag Geschichte ist.
