Super league sprintet sich in die top 5 der welt – trotz uefa-absturz
191,3 Meter Vollsprint pro Spiel. So viel pulverisieren Profis in der Super League, dass nur vier Ligen weltweit länger Gas geben. Die Ironie: In der UEFA-Rangliste liegt die Schweiz nur auf Platz 16.
Die premier league dominiert – die super league hängt mit
Laut den neuesten Daten von CIES Football Observatory und SkillCorner sprinten Spieler in England 220,4 Meter pro Partie im Tempo über 25 km/h. Die MLS folgt mit 210,9 Meter, die Eredivisie mit 201,4 Meter und Japans J1 League mit 195,8 Meter. Direkt dahinter: die Super League mit 191,3 Meter – vor Frankreichs Ligue 1, der spanischen La Liga und der italienischen Serie A.
Das bedeutet: Wer in der Schweiz spielt, rennt mehr als Stars wie Mbappé oder Vinícius. Die Zahl ist kein Zufall. Klubs wie St. Gallen und Lausanne setzen auf hohes Pressing, Basel und Luzern auf Umschaltmomente. Die Folge: mehr Sprintduelle, mehr Wege zurückgelegt in Höchstgeschwindigkeit.
Doch die Intensität nützt wenig, wenn die Ergebnisse fehlen. Die letzten Europapokal-Auftritte waren desaströs. Keine Schweizer Mannschaft schaffte im Frühjahr den Einzug in die K.-o.-Runde. Der UEFA-Koeffizient stürzte ab, das Prestige auch.

Qualität oder quantität – was zählt mehr?
Die Statistik wirft ein Schlaglicht auf ein Dilemma. Die Super League produziert Athleten, die körperlich mithalten können. Doch Taktik, Technik und Effizienz im finalen Drittel hinken hinterher. Ein Beispiel: In der Champions League kam kein Schweizer Klub über die Gruppenphase hinaus. In der Europa League schieden Young Boys und Servette früh aus.
Trotzdem: Wer sich auf dem Trainingsplater in der Schweiz quält, kann sich mit den Besten der Welt messen – zumindest, was die Beine betrifft. Die Frage ist nur, ob die Köpfe mithalten.
Die Antwort kommt am nächsten Europapokal-Abend. Dann zählt kein Sprintwert, sondern nur das Ergebnis. Und das steht aktuell 16:1 gegen die Super League.
