Handball-wm 2027: dhb schaltet anwälte ein – schon jetzt kassenlage im plus
Der Deutsche Handballbund (DHB) jagt Schwarzhändler, bevor das erste Ticket überhaupt gedruckt ist. Grund: Die Nachfrage nach Karten für die Heim-WM 2027 übertrifft selbst die Euphorie der Europameisterschaft 2024. Mark Schober rechnet offen mit einem «frühen Gewinn» – und das hat den Verband vorsichtig gemacht.
Warum der dhb jetzt schon anwälte beauftragt
Die Kanzlei Lentze Stopper patrouilliert ab sofort durchs Internet. Jeder, der WM-Tickets auf Zweitmarktplattformen preist, wird abgemahnt. «So etwas machen wir erstmalig», sagt Schober. «Die Nachfrage ist so exorbitant, dass wir eingreifen müssen, beils subventionierte Familienkarten zu Mondpreisen verhökert werden.»
Die Taktik scheint aufzugehen. Am Samstag allein gingen 1.500 Tickets für den President’s Cup in Magdeburg weg – ein Randevent, für das sonst erst Wochen vor Turnierbeginn die Kasse klingelt. Familien buchen spontan Wochenendtrips, obwohl der Gegner noch gar nicht feststeht. Schober zieht den Vergleich zur Euro 2024: «Dort haben wir den Break-even am Eröffnungstag erreicht. Jetzt stehen wir drei Jahre vor dem ersten Anwurf schon im Plus.»
Das frühe Plus verschiebt die Investitionsrechnung. Plötzlich liegen Gelder für LED-Wand-Upgrades, Fan-Zonen und digitale Ticketing-Features bereit – Posten, die der Verband bislang hintenanstellte. «Wir können Dinge planen, die wir uns früher nur wünschten», so Schober. Dazu zählt ein dynamischer Preismodell: Je nach Gegner und Spielort schwanken die Kategorien, um auch spontane Käufer nicht auszuschließen.

So sichern fans sich legale karten
Offiziell erhältlich sind Tickets ausschließlich über handball2027.com sowie Eventim.de und autorisierte Vorverkaufsstellen. Der DHB rät von eBay-Kleinanzeigen & Co. ab: «Dort tauchen schon PDF-Downloads auf, die es gar nicht gibt», warnt Schober. Erste Fälschungen seien entdeckt worden, obwohl der reale Ticketversand erst 2026 beginnt.
Die hohe Fraktionskraft kommt nicht von ungefähr. 19 Nationen sind bereits qualifiziert, darunter Rekordweltmeister Frankreich und Nachbar-Dänemark. Das Turnier findet an sechs deutschen Standorten statt – Berlin, Köln, Hamburg, Mannheim, Magdeburg und Düsseldorf – und damit in Hotspots, die sich seit Jahren als Handball-Hochburgen erweisen.
Für Schober ist klar: «Wir haben gelernt, dass Heimspiel nicht automatisch Heimvorteil bedeutet, wenn die Arenen halb leer sind.» Deshalb setzt der Verband jetzt auf Frühaufklärung statt Nachverkauf. Die Botschaft: Nur wer direkt kauft, bekommt garantierten Eintritt – und hilft mit, die verrückte Nachfrage in eine nachhaltige Ticketschlange zu verwandeln.
Die Rechnung ist einfach: Je schneller die legalen Kontingente weg sind, desto weniger Raum bleibt für Spekulanten. Und je höher der Vorlauf, desto besser lassen sich Erlöse kalkulieren, die wiederum in Jugendförderung und Infrastruktur fließen. Der DHB hat seinen ersten Sieg also schon vor dem Turnier eingefahren – gegen die Schwarzmarkt-Mafia.
