Füchse ernten in krefeld eine lektion, crimmitschau fegt weiden weg
Die Lausitzer Füchse verlassen die KönigPALM Eisarena mit leeren Händen, während die Eispiraten Crimmitschau am Sonntagabend den Sahnpark zum Kochen bringen. 2:4 in Krefeld, 5:2 gegen Weiden – die DEL2 liefert den Ostklubs zwei Geschichten, eine mit Moral, eine mit Macht.
Krefeld lehrt die füchse das abc der effizienz
Jonathan Matsumoto trifft, Charlie Jahnke antwortet – das Spiel beginnt wie ein Schlagabtausch, doch hinter der Fassade arbeitet Krefeld schon am nächsten Haken. Zwischen der 26. und 38. Minute drehen die Pinguine das Tempo auf 200 Umdrehungen, Mathew Santos schlägt aus dem Gewühl heraus ein. Die Füchse zappeln in der Falle, weil sie sich auf Einzelaktionen verlassen, während die Hausherren mit gestaffelten Angriffen die Lücken ziehen wie ein Reißverschluss.
Marcel Müller setzt den Deckel drauf, 16 Sekunden vor der Sirene. Die Füchse hätten noch punkten können, wenn sie in der Schlussoffensive nicht die Scheibe dreimal hintereinander verloren hätten. Trainer Pavel Gross schlägt mit der Hand auf die Bande – ein Reflex, der mehr sagt als jede Pressekonferenz.

Crimmitschau feuert vier tore in sechs minuten
50 Kilometer weiter südlich fliegen die Blue Devils Weiden buchstäblich aus der Eishalle. Noah Samanski bringt die Oberpfälzer in Führung, doch was folgt, ist kein Spiel mehr, sondern ein Kollaps. Louis Brune gleicht aus, Philipp Kuhnekath schlenzt die Scheibe unter der Latte durch, und als Weiden-Torhüter Kevin Reich auf die Bank flüchtet, schießen Corey Mackin und Tim McGauley in leere Körbe – 4:2, 5:2, binnen 127 Sekunden.
Die Uhr zeigt 59:48, als McGauley den Schlussabpfiff provoziert. Die Crimmitschauer Fans singen „We are the Pirates“ bis in die Umkleide, während die Weiden-Spieler mit gesenktem Kopf durch den Katakomben-Tunnel verschwinden. Das war keine Niederlage, das war ein Erdrutsch.

Die tabelle lügt nie – und die playoffs rücken näher
Mit dem Dreier klettern die Eispiraten auf Platz fünf, nur zwei Punkte hinter den Füchsen. Die Sachsen haben noch ein Spiel in der Hand, aber die Luft wird dünn. In zwei Wochen treffen beere Teams direkt aufeinander – dann zählt nur noch die Schlagzahl. Wer vorher taktisch schläft, wacht am Ende ohne Postseason auf.
Krefeld festigt die Spitzenposition, doch die Frage bleibt: Wer stoppt den Piraten-Express aus Crimmitschau? Die Antwort kommt am 15. März, wenn die Füchse zur Revanche in den Sahnpark reisen. Bis dahin zählt jeder Schlittschuhstrich – und jeder Treffer kann über Schicksal oder Saisonende entscheiden.