Franz wagner steht auf, orlando hofft: comeback vor den playoffs?
Orlando bangt, die Uhr tickt. Noch zehn Spiele, dann ist Regular-Season-Schluss – und Franz Wagner hat wieder mit dem Ball gearbeitet. Erstmals seit seiner Knöchel-Diagnose Anfang Dezember absolvierte der 24-Jährige ein Kontakt-Training, berichtet Magic-Beatwriter Jason Beede. Ein kleiner Schritt für ihn, ein Riesenschritt für die Mannschaft, die ohne ihn seit Wochen taumelt.
Die last der verletzung
Seit dem 11. Februar stand Wagner nicht mehr auf dem Parkett. Anfangs klang alles nach „zwei Wochen Pause“, doch die Schwellung kam wieder, das Sprunggelenk reagierte nicht. Erst viermal durfte er in dieser Saison seine Kombination aus Schnitt, Drive und Dreier zeigen – und genau in diesen 28 Partien holte Orlando 16 Siege. Die Zahlen danach: 22-22, sechs Niederlagen in Serie, Rang zehn im Osten. Die Top-6, einst greifbar, sind plötzlich zwei Siege entfernt.
Trainer Jamahl Mosley schaltet auf Minimalinformatik: „Er hat ein bisschen gespielt, sich gut erholt. Heute gibt’s wieder Ruhe. Von hier aus schauen wir weiter.“ Mehr verrät er nicht – weder Zeitplan noch Minutenlimit. Dabei ist klar: Mit jedem weiteren Verlust schmilzt die Chance, dem Playoff-Druck zu entkommen. Die Play-In-Runde beginnt am 18. April, und wer jetzt zehntes oder elftes Seed wird, muss zwei Knock-out-Spiele gewinnen, nur um in die erste Runde einzuziehen.

Mosleys stille rechnung
Intern wissen die Verantwortlichen: Wagner ist nicht irgendein Rotationsspieler. Seine 23,1 Punkte und 5,7 Assists vor der Verletzung kamen nicht von ungefähr. Er ist der Sekundärschöpfer neben Paolo Banchero, der Gegner mit seinem Schnitt die Defense spaltet und den Ball schnell wieder herausgibt. Seine Abwesenheit zwingt Mosley, kleinere Line-ups zu spielen, wodurch Orlando reboundtechnisch einbricht – Minus 3,4 Boards pro 100 Possessions, wenn Wagner fehlt.
Dahinter lauert ein zweiter Problemfall: Moritz Wagner ist aus der Rotation gefallen. Der ältere Bruder kam zuletzt nur noch in Garbage-Time-Minuten zum Zug, was die Bank noch dünner macht. Die Front Office-Forderung lautet deshalb: Hol Franz zurück, bevor die Saison kippt. Die Medical Staff will keine Prognose abgeben, um Druck zu vermeiden. Doch im Spielplan lauern direkt zwei Schlüsselduelle gegen Atlanta und Chicago – Teams, die Orlando auf den Fersen sind.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Wagner vor den Playoffs noch einmal 25 Minuten schafft, steigt mit jedem Training. Die Frage ist nur, ob die Magic bis dahin nicht schon den Anschluss verloren haben. Orlando hat den Zeitplan nicht mehr in der Hand, aber einen deutschen Nationalspieler, der wieder aufsteht – und das kann in der Endphase der Saison der Unterschied zwischen Playoff-Ticket und frühzeitigem Urlaub sein.
