Frankfurt verliert drei leistungsträger – riera muss umbauen

Die Eintracht trudelt in eine personelle Schneise. Drei Ausfälle innerhalb von 90 Minuten in Mainz, zwei davon langfristig – für Trainer Albert Riera beginnt jetzt ein Puzzle mit kaum passenden Teilen.

Collins fällt am längsten aus

Nnamdi Collins zog sich im Zweikampf mit Dominik Kohr eine schwere Sprunggelenkverletzung zu. Die medizinische Abteilung rechnet mit einer Pause von mehreren Wochen. Für den 21-Jährigen ist es der nächste Tiefschlag nach seinem zuletzt verkürzten Einsatzzeiten. Auch Jean-Matteo Bahoya muss das Länderspiel-Trikot für Frankreichs U-21 erst mal einmotten. Seine Oberschenkelblessur wird ihn rund 14 Tage auf die Tribüne verbannen. Die Uhr tickt, denn die Rückrunde startet in 18 Tagen.

Glück dagegen für Nathaniel Brown: Die Wadenprellung ist milder als befürchtet. Der Linksverteidiger reist trotz Schmerzen zum DFB-Team, wird dort aber nur ein Trainingsgast sein. „Wir telefonieren täglich mit den Nationalärzten“, sagt ein Klubsprecher. Die Angst vor einem erneuten Rückschlag ist real.

Riera testet dreierkette

Riera testet dreierkette

Die Lösung könnte ein Systemwechsel sein. In Mainz stellte Riera in der zweiten Hälfte um auf 3-4-1-2 – und plötzlich lief es. Arnaud Kalimuendo rückte neben Jonathan Burkardt auf die Spitze, Mario Götze steuerte die Zentrale. Die Chancenquote stieg von 0,6 auf 1,4 xG. Die Defensive stand sicherer, weil Hugo Larsson nicht mehr allein im defensiven Mittelfeld operieren musste.

Gegen Köln am Samstag dürfte genau diese Formation auf dem Feld stehen. Arthur Theate, nach Meniskus-OP erst seit Kurz zurück, bildet mit Aurele Amenda und Kapitän Robin Koch die Dreierkette. Die Außenbahnen übernehmen Ritsu Doan und Ansgar Knauff, der nach Bauch-OP bereits als Joker in Mainz rannte. Die Bank ist dünn, aber der Kader breit genug – ein Paradoxon, das nur in der Bundesliga funktioniert.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Erst sieben Punkte aus den letzten fünf Spielen, jetzt drei Verletzte und ein Gelb-Rot-Geplagter. Die Eintracht muss gegen Köln gewinnen, um nicht im Tabellenmittelfeld einzurosten. Riera hat 72 Stunden, um aus improvisierten Bausteinen wieder eine Startelf zu zimmern. Die Uhr tickt lauter als je zuvor.