Italiens wm-alptraum droht: azzurri müssen gegen nordirland ums überleben
Rom schlittert in die Relegation. Die am 20. November in Zürich gezogene Play-off-Lotung verpasst dem Vierfach-Weltmeister den wohl unbequemsten Gegner: Nordirland, die Mannschaft, die bereits in der Nations League mit brutaler Effizienz die Italiener in die Krise stieß.
Die vier europäischen wege im überblick
Sechs Startplätze, zwölf Finalpaarungen, ein einziges Ziel: Die 24 verbliebenen Herausforderer kämpfen vom 26. bis 31. März 2026 in vier Mini-Turnieren um die letzten Tickets für das 48-Teams-Spektakel in den USA, Kanada und Mexiko. UEFA-Rekordchampion Italien landete im Pfad A, muss also erst Nordirland, danach entweder Wales oder Bosnien-Herzegowina schlagen – alles Auswärtsspiele, weil die FIFA-Weltrangliste die Azzurri als untersetzt einstufte.
Die weiteren Pfade lesen sich wie ein Who-is-who des europäischen Mittelstandes: Türkei gegen Rumänien, Dänemark trifft Nordmazedonien, die Ukraine muss nach Schweden. Keine Frage: Die großen Namen sind aus der Gruppe-Phase weitgehend weg, die Play-offs werden zur Blutgrätsche für Traditionsmannschaften. Die Italiener wissen, dass ein erneutes Missgeschick wie 2018 sie für immer ins Abseits der Fußball-Geschichte katapultieren würde.

Interkontinentale schauplätze in guadalajara und monterrey
Während Europa in Einzelspielen seine letzten Vertreter kürt, duellieren sich außerhalb des Kontinents Jamaika, Neukaledonien, Bolivien, Surinam, der Irak und der Kongo in zwei Drei-Länder-Turnieren. Austragungsort: die WM-Arenas von Guadalajara und Monterrey. Für den Irak war die Teilnahme lange offen; der asiatische Verband musste Extrawürge einlegen, damit Basra trotz Konfliktgebiet als Heimstätte fungiert. Die FIFA genehmigte schließlich ein Sicherheitskonzept, das mexikanische Sicherheitskräfte stellt.
Die Gruppen für die Endrunde stehen bereits seit der Dezember-Auslosung in Washington fest. Sollte Italien die Hürde Nordirland nehmen, landet es mit Kanada, Katar und der Schweiz in Gruppe M – ein vermeintlich erträgliches Los, das aber das Potenzial zur Falle birgt: Die Schweizer kennen jeden italienischen Automatismus aus der Nations League, und Katars Trainer bringt Ex-Bayern-Analytik mit. Die Azzurri dürfen sich keine Blöße erlauben.
42 von 48 Startplätzen sind bereits vergeben. Die restlichen sechs Entscheidungen fallen binnen fünf Tagen. Für Italien beginnt am 26. März um 20.45 Uhr in Belfast ein zweites Leben – oder das vorläufige Ende der Nach-EM-Ära von Luciano Spalletti. Die Quadriglia aus Turin wird nervös mitfiebern, denn ein Scheitern würde nicht nur sportliche, sondern wirtschaftliche Folgen nach sich ziehen: Die Fernsehrechte für die WM 2026 sind bei RAI bereits verkauft, die Sponsorenverträge mit Puma und anderen Partnern enthalten Bonus-Klauseln für Turnierteilnahmen. Kurz: Die italische Fußballwirtschaft hängt an diesem Play-off-Faden. Die Zeit der Entschuldigungen ist vorbei.
