Flensburg rutscht ins viertelfinale – jakobsen hadert trotz weiterkommen
Ein 26:26 reicht, aber es reicht nicht fürs gute Gewissen. Die SG Flensburg-Handewitt steht in der EHF European League unter den letzten Acht, doch die Kabine klang, als wäre man rausgeflogen. „Leider Unentschieden gespielt. Das war nicht, was wir wollten“, ließ Emil Jakobsen seinen Frust auf Instagram schallen. Die Sechs-Tore-Hypothek aus dem Hinspiel rettete den Titelverteidiger, nicht die Leistung.
Die zweite hälfte verschenkt
35 Minuten lang lief es noch rund, dann verloren die Norddeutschen das Tempo, gewannen nur noch ein einziges Zweikampfduell in der Mitte und warfen fünf siebenmeterwürdige Fehlpässe hintereinander. Jakobsen: „Wo wir schlecht gespielt haben, war in der zweiten Halbzeit, wo wir zu viele Fehler gemacht haben.“ Die Zahlen sprechen dieselbe Sprache: 14 Ballverluste nach der Pause, nur 52 % erfolgreiche Abschlüsse. Skanderborg-Aarhus kam ran, kam sogar auf 24:23, doch der Sprung ins Glück gelang den Dänen nicht mehr.
Lasse Möller nahm seinen Landsleuten den Druck nicht ab: „Die wollten uns hier weghauen, 100 % jagen.“ Er selbst hatte 48 Stunden zuvor in Hannover noch 38 Minuten durchgespielt, diesmal 54. „Kraft? Keine Ahnung, ich laufe auf Adrenalin“, sagte er und grinste schief. Dass Simon Pytlick nur in Trainingshose auf der Bank saß, machte die Sache nicht einfacher. Ohne seinen Linkshänder wirken die Anspiele in die Mitte wie ein Offenen-Kochtopf: alles kocht, aber nichts spritzt richtig.

Nächster gegner: die recken – wieder hannover
Jetzt wartet das deutsche Duell mit TSV Hannover-Burgdorf, beide Bundesligaspiele gewann Flensburg bisher knapp. Die Recken kennen die Schwächen, haben sie selbst zuletzt 27:28 erlebt. Für ein drittes European-League-Gold muss die SG also nicht nur laufen, sondern auch wieder denken. Jakobsen: „Wir können uns solche Fehler gegen Hannover nicht leisten.“ Die K.O.-Phase beginnt in zwei Wochen. Bis dahin hat Flensburg genau zwölf Trainingseinheiten Zeit, die zweite Halbzeit von gestern zu vergessen – und die erste zu verlängern.
