Fischtown kassiert zweite play-off-blamage – 4:5 in doppelter overtime
Mit einem Schlag ins eigene Knie verabschieden sich die Fischtown Pinguins aus der Meisterschafts-Traumphase: 4:5 nach Verlängerung, 0:2 in der Serie, die Adler aus Mannheim fliegen bereits auf Kurs Halbfinale.
Tempo, taktik, tiefschlag – das drehbuch wiederholt sich
Die Zahlen sind hart: 47 Schüsse auf Mannheimer Kasten, 26 Trefferversuche der Gäste, trotzdem steht am Ende die zweite Niederlage. Die Erklärung liegt in der mangelhahen Chancenverwertung und einem Powerplay, das sich selbst lahmlegt. Drei Überzahl-Situationen, kein Treffer – das ist in der DEL ein Armutszeugnis.
Christian Wejse lieferte sich in Minute neun ein Handgemenge mit Brendan O'Donnell, beide Teams rissen die Fäuste hoch, doch die Euphorie der 4.700 Zuschauer verpuffte, als Kris Bennett kurz vor der ersten Drittelpause zum 1:1 traf. Die Bremerhavener Defensive stand zu tief, der Slot blieb offen wie ein Scheunentor.

Coach sulzers riskantes manöer wird zur falle
Alexander Sulzer zog Torhüter Kristers Gudlevskis 160 Sekunden vor Ende, um in Überzahl den Ausgleich zu erzwingen – Colt Conrad erlöste die Halle mit seinem zweiten Treffer des Abends. Die Euphasorie hielt jedoch nur bis in die sechste Minute der Overtime. Zach Solow nutzte einen Abpraller im Bully, zog direkt ab und katapultierte den Puck unter die Latte. 5:4 – die Arena verstummte, als hätte jemand den Stecker gezogen.
Die Statistik spricht Bände: In den letzten sieben Heim-Play-off-Spielen kassierte Fischtown sechs Niederlagen, nur einmal gab es einen Heimsieg. Die Serie verschiebt sich nun nach Mannheim, wo die Adler bereits am Sonntag (16:30 Uhr) den Sack zumachen können. Für die Pinguins wird es zur Schicksalswoche: Entweder sie finden in 48 Stunden die Antwort auf Mannheims schnelles Umschaltspiel – oder die Saison endet vorzeitig im Viertelfinale.
Die nächste Pleite bedeutet das Aus. Kein Play-off-Krimi, keine Hollywood-Story, nur kalte Realität auf dem Eis von Bremerhaven.
