Filipovski stoppt das spiel, carr trifft: würzburgs psychokniff wirkt sofort

Erst zieht er die Bremse, dann fliegt der Ball. Würzburgs Trainer Emil Filipovski nimmt sich eine Macher-Auszeit, redet fünf Sekunden, und Marcus Carr versenkt den Dreier zum 71:71. Die s.Oliver-Arena explodiert, Oldenburg schaut verlegen zur Uhr.

Die sequenz, die das spiel kippte

Die sequenz, die das spiel kippte

58 Sekunden waren gespielt, als Filipovski die Hände formte wie ein Dirigent. Sein Gesicht: keine Emotion, nur Zahlen. „Wir spielen Zipper, Carr kommt aus dem Blindspot“, sagt er später. Zipper ist ein Schnitt über die Freiwurflinie, Blindspot die Stelle hinter dem Pick, wo Verteidiger kurz den Ball verlieren. Carr bekommt den Pass, zwei Tritte raus, schwups. 6,75 Meter, sauber. 24 Sekunden nach der Auszeit steht’s 71:71, und die Momentum-Kurve bricht nach Würzburg.

Filipovski selbst feiert nicht. Er dreht sich um, notiert sich etwas auf sein Flipchart, als hätte er gerade nur die Kaffeemaschine angestellt. „Ich habe ihm gesagt, er solle schießen, wenn er frei ist. Er war frei“, sagt der Coach trocken. Dabei war es seine dritte Auszeit in Serie, die Oldenburg aus dem Rhythmus warf. Die EWE Baskets kamen danach nicht mehr ins System, trafen nur noch eines ihrer letzten neun Feldwürfe.

Die Statistik verrät: Carr war vor dem Dreier 1/5 von jenseits der Linie. Nach dem Gespräch mit Filipovski 2/2. „Man spürt, wenn der Coach dir vertraut, dann wird der Korb größer“, lacht der Guard. Für Würzburg war es der vierte Sieg in Serie, der Tabellenplatz fünf ist jetzt Greifbar. Oldenburg rutscht auf Rang acht – und muss am Freitag genau dort wieder antreten.