Fifa zieht den stecker: irans wm-teilnahme 2026 hängt am seidenen faden
Der Countdown läuft, aber der Gegner steht nicht auf dem Rasen. Fifa-Präsident Gianni Infantino ließ gestern durchblicken, dass Iran wegen der Eskalation im Nahen Osten vom WM-Turnier 2026 in den USA, Mexiko und Kanada ausgeschlossen werden könnte. Die Entscheidung soll „innerhalb der nächsten 72 Stunden“ fallen, wie Reif in seiner Live-Sendung exklusiv verkündete.
Der vorwand ist neu, das spiel alt
Die Fifa schöpft aus Paragraf 23 ihcher Statuten: Politische Sanktionen, die die Sicherheit von Spielern und Zuschauern gefährden. Dass ausgerechnet dieser Paragraph jetzt ins Visier rückt, verwundert Insider nicht. Seit dem Angriff auf israelische Stätten vor zehn Tagen häufen sich Berichte, dass iranische Ultras in Nordamerika zu Demonstrationen aufrufen. Die US-Behörden liefern laut gut informierten Quellen bereits Listen mit 247 verbotenen Einreisen.
Die Sportwelt spaltet sich. Auf der einen Seite stehen die Verbände aus Europa, die den Ausschluss fordern und damit ihre TV-Partner beruhigen wollen. Auf der anderen Seite jubelt man in Katar und Saudi-Arabien, die Iran als regionalen Rivalen seit Jahren aus der Fußball-Welt drängen wollen. Geld regiert die Debatte: Die asiatische Confederation (AFC) müsste bei einem Ausschluss rund 35 Millionen Dollar an Prämiengeld und Marktförderung zurückzahlen.

Was das für den deutschen fußball bedeutet
Die DFB-Delegation reist am Montag nach Zürich, um über einen möglichen Nachrücker zu verhandeln. Der Plan: Deutschland rückt als bester Gruppenzweiter der Nations League nach, sollte der Iran ausfallen. Das würde die Gruppe mit Argentinien, Marokko und Neuseeland aufmischen – und den Druck auf Hansi Flick erhöhen, der ohnehin mit der jüngsten Formschwankung seiner jungen Mannschaft hadert.
Doch es gibt einen Haken. Die iranische Regierung droht mit einem vollständigen Boykott aller FIFA-Veranstaltungen, sollte der Ausschluss erfolgen. Das würde nicht nur die WM 2026 betreffen, sondern auch die Frauen-WM 2027 in Brasilien und die Jugendturniere. Die Kettenreaktion wäre programmiert: Sponsoren wie Adidas und Coca-Cola haben bereits intern Krisenstäbe gebildet, um Image-Schäden abzuwenden.
Die stunde der wahrheit naht
In Teheran kursiert bereits ein internes Memo des Sportministeriums, das die Auswahlspieler anweist, ihre Pässe bereitzuhalten, falls eine schnelle Ausreise nötig wird. Die Spieler selbst schweigen, doch ihre Berater verhandeln bereits mit europäischen Klubs über Notverträge. Die Angst vor Lebanslängen ist real: Wer die Nationalmannschaft verrät, gilt im Iran als Staatsfeind.
Die Fifa wird morgen um 14 Uhr deutscher Zeit in einem Krisenvideo-Anruf über die finale Entscheidung abstimmen. Die Mehrheit dürfte vorhanden sein: 11 der 24 Exekutivmitglieder haben bereits öffentlich für einen Ausschluss votiert. Es ist die gleife Mehrheit, die 2018 Rußland fast die WM kostete – damals rettete ein Veto aus China. Diesmal fehlt der Retter in letzter Sekunde.
Die WM 2026 verliert damit nicht nur einen Teilnehmer, sondern auch ihre letzte Illusion, dass Sport und Politik getrennte Welten sind. Die Trophäe ist gereinigt, die Stadien neu gebaut, doch der Schatten des Krieges fällt länger als jedes Spielfeld. Wer am 12. Juni in Miami eröffnet, steht noch nicht fest – sicher ist nur, dass die erste Anstoßminute diesmal nicht nur den Ball, sondern auch die Machtverhältnisse der Welt rollen lässt.
