Fifa zementiert 26-kader-regel: spaniens trainer de la fuente muss früher zählen
Die FIFA lässt es
keine 48 Stunden vor dem Start der Europameisterschaft kalt: 26 Spieler pro Team bleiben Standard – und wer am 11. Mai nicht auf der 55er-Pre-Liste steht, darf im Sommer zu Hause bleiben. Das beschloss der Exekutivrat am Freitag in Paris, ohne Gnade für Last-Minute-Verletzte.Warum die 55er-pre-liste jetzt ein eiserner vorhang ist
Früher konnte ein Coach nach der Endabgabe noch auf jeden Profi zurückgreifen, der Mediziner und FIFA-Doktor stempelten ihn kurzfristig reisefähig. Weg. Fort. Aus. Die neue Klausel verbrennt diese Option. Verletzung nach dem 1. Juni? Tausch nur innerhalb der 55er-Reserve, sonst nichts. Spanien muss also binnen 17 Tagen nach der Liga-Endspielung alle Joker benennen – inklusive vier Torhütern.
Das klingt nach Verwaltungsfrickeln, ist aber ein Machtwort gegen kurzfristige Shopping-Touren. Luis de la Fuente kann nicht mehr auf den April-Brillanten hoffen, der sich in der Champions-League-Finalwoche in seine Pläne schießt. Die 55 Namen sind seine DNA für die Turnierwochen, mehr Spielraum gibt es nicht.

Der torwart ist kein sonderfall – nur die nummer darf wechseln
Einzige Ausnahme: Keeper. Sie dürfen bis 24 Stunden vor dem ersten Pfiff getauscht werden, allerdings ohne das alte Trikot zu erben. Der Neue zieht sich Nummer 27 oder höher über, ein Detail, das Ausrüster und Sammler in Rage versetzt. Für Spanien heißt das: Stichtag für Unai Simón, David Raya & Co. ist der 14. Juni, Eröffnung gegen Kroatien in Berlin.
Die UEFA hatte 2021 aus Pandemie-Not die 26er-Regel eingeführt, Katar machte sie zur Norm. Die FIFA übernimmt das Erbe und schraubt gleichzeitig die Pre-Liste von 35 auf 55 hoch – ein Schachzug, der kleinere Fußball-Nationen entlastet, deren Scout-Netzwerke ohnehin schon am Limit arbeiten. Für die Großen bedeutet es: Mehr Daten, mehr Videos, mehr Fragen an die medizinische Abteilung.
De la Fuente hat bislang 42 Feldspieler und vier Torhüter im engen Fokus. Wer am 12. Mai noch auf der Intensivstation liegt, fliegt raus – ohne Ersatz von außen. Die Liste bleibt geheim, was Spanien vor dem Spiel gegen Kolumbien (März) schützt, aber den Druck erhöht. Kein Versteckspiel mehr, kein «wir schauen mal».
Die Botschaft ist klar: Wer jetzt zögert, verliert. Und die 55, die am Ende übrig bleiben, bestimmen nicht nur den Kader – sie schreiben auch die Geschichte des Turniers neu. Die Uhr tickt, Herr de la Fuente.
