Lena dürr knallt nach riesen-aussetzer zur slalom-krone – holzmann jagt seidler um neun hundertstel
Axamer Lizum – ein Tag nach ihrem Riesen-Debakel schickte Lena Dürr der Konkurrenz eine Absage in Rekordzeit. 1,29 Sekunden Vorsprung vor Jessica Hilzinger, 1,70 Sekunden vor Teenager-Ass Charlotte Grandinger – die 33-Jährige aus Germering machte den Slalom zur One-Woman-Show.
Die Zuschauer hatten noch die weißen Flocken vom Vortag auf den Schultern, als Dürr bereits die zweiten Schwünge in die Steilwand zimmerte. Starker Schneefall hatte den zweiten Durchgang um 50 Minuten verzögert – für die WM-Achte kein Grund, das Tempo zu drosseln. „Es war richtig ruppig, aber genau mein Wetter“, sagte sie nach der Kür. Die Krönung: die goldene Deutschen-Meister-Trophäe, die sie nach 2021 endlich wieder in die Hände bekam.
Holzmann nutzt straßers abwesenheit und schlägt zurück
Während Dürr erwartungsgemäß lachte, sorgte Sebastian Holzmann für das kleine Drama. Der ehemalige WM-Fünfte musste sich in Abwesenheit von Linus Straßer beweisen – und lieferte. Mit 0,09 Sekunden Vorsprang vor Österreichs Ralph Seidler sicherte sich der 29-Jährige seinen zweiten nationalen Slalom-Titel. Die rein deutsche Wertung hatte er schon nach Lauf eins in der Tasche, doch das Gesamtpodium wollte er sich nicht nehmen lassen. Dominik Zerhoch (+0,48) und Marinus Sennhofer (+1,01) komplettierten das deutsche Treppchen – ein Schlag ins Kontor für die Alpenrepublik.
Benno Brandis, 19, wurde Sechster. Der Super-G-Goldjunge von Olympia 2024 und Junioren-WM 2025 zeigte, dass er nicht nur auf der Geraden Gas gibt. „Ich will kein Eintagsfliege sein“, sagte er und wischte sich Schnee aus dem Gesicht. Die Uhr stoppte bei +1,42 Sekunden – ein Wert, der in seinem Alter für Respekt sorgt.

Der lizum bleibt ein zankapfel
Die Organisatoren atmeten erst auf, als die letzte Fahne fiel. Durch den Schneefall mussten die Streckenposten zwischen den Läufen umgraben, die Zuschauer bekamen kostenlose Schneemassagen. Doch genau diese Widrigkeiten liefern den Skirennfahrern das Salz in der Suppe. Wer hier gewinnt, darf sich auf die Saison 2027 mit breiter Brust sehen – die WM findet wieder in Tirol statt.
Lena Dürr blickte nach dem Riesen-Aus bereits wieder nach vorne: „Der Lizum gibt, der Lizum nimmt – heute hat er mir was zurückgegeben.“ Sebastian Holzmann packte die Trophäe in seinen Skikoffer und grinste: „0,09 Sekunden – das ist der Unterschied zwischen Nachtschlaf und Kater.“ Der Lizum hat gesprochen, die Saison ist noch lang.
