Felix lepper zittert vor nfl-draft: „der traum ist zum greifen nahe“
Knapp vier Wochen vor dem NFL-Draft steht Felix Lepper in Washington bereit, um sich 32 Mal abzuknallen. Der 23-jährige Ex-Hamburg Sea Devil ist einer von zwölf IPP-Kandidaten, die am Montag beim Pro Day der International Player Pathway ihr 40-Yard-Zeit, ihre Vertikale und ihren Football-IQ vor allen Scouts offenlegen. „Ich schätze meine Chancen weiter als realistisch ein“, sagt Lepper – und meint damit nicht nur die 257 Draft-Picks, sondern auch den versteckten 91. Platz, den jedes Franchise seit 2024 exklusiv für internationale Spieler freihält.
Von der elbe in die hauptstadt: leppers tempo-show beginnt
Seit dem 17. Januar quält sich Lepper in Fort Lauderdale durch sieben Tage Training pro Woche. Keine College-Highlights auf TikTok, keine Combine-Einladung – nur Zahlen auf der Uhr. „Wenn du kein Power-Five-Logo auf der Brust hast, zählt nur das Stoppen der Zeit“, erklärt der 1,98 m- und 145 kg-Schwere. Die Eagles-Offensive Line hatte ihn bereits zu Gast, Jordan Mailata zeigte ihm Handplatzierungen gegen Speed-Rusher. „Wir haben Play für Play analysiert, wie er aus seiner Rugby-Hüfte heraus Pass-Pro-Technik entwickelt hat“, sagt Lepper. Mailata unterschrieb 2024 bei Philadelphia für 66 Millionen Dollar; Lepper notiert sich die Schritte.
Die Scouts lieben Messwerte. Lepper verrät keine Ziele, doch ein Blick auf die Benchmarks des IPP verrät: 5,20 Sekunden im 40-Yard-Dash, 30 Inches Vertikal, 30 Wiederholungen beim Bankdrücken. Schafft er das, rückt der späteste Pick der dritten Day-Runde in Reichweite. „Teams wollen sehen, ob du dich in einem Monat in ein NFL-Playbook beißen kannst“, sagt Lepper. Die Interviews liefen bereits, Fragen zu Blitz-Erkennung und gemeinsamen Präsentationen mit den Coaches stehen an. „Es geht ums Detail: Wie erkennst du einen Zero-Blitz statt einem Mike-Show?“

Deutschland stellt rekord-delegation
2026 sind mit Lepper gleich vier deutsche IPP-Athleten im Rennen – so viele wie nie zuvor. Leander Wiegand (OT), Maximilian Mang (TE) und Lenny Krieg (K) bereiten sich ebenfalls in Florida vor. „Wir pushen uns gegenseitig, Deutschrap in der Gym-Lautsprecheranlage ist Pflicht“, scherzt Lepper. Die internationale Konkurrenz kommt aus Australien, Brasilien und Nigeria. Die Quote, mit dem IPP-Vertrag tatsächlich zu spielen, liegt bei 38 Prozent; der deutsche Anteil dürfte 2026 steigen.
Am 15. April fliegt Lepper zurück nach Hamburg, packt zwei Koffer um und wartet auf die Anrufe. Mitte Juli starten die Rookie-Camps – sein Körper ist bereits auf 140 kg runtergefahren, um den Anforderungen der Guard- und Tackle-Position gerecht zu werden. „Ich würde jedes Team mit Kusshand nehmen“, sagt er. „Aber wenn die Eagles anrufen, ist das natürlich die Krönung.“
Die Uhr tickt. Am Montag um 11 Uhr Ortszeit sprintet Lepper über das Feld im Audi Field – und vielleicht direkt in die Highlights der SportsCenter-Nacht. Ende April wissen wir, ob Deutschlands nächster NFL-Profi Felix heißt.
