Fabregas feuert seine löwen: butez ist ein ausnahmetalent, pisacane ein freund

Cesc Fabregas schlug mit der Faust aufs Podium, als hätte er soeben den Pokal gewonnen. Stattdessen hatte Como 1907 Cagliari 1:0 weggeschickt – und der Coach redete sich in Ekstase. „Das war die schwierigste Partie der Saison“, sagte er nach dem Schlusspfiff, „und die wichtigste Sieg.“

15 Spiele in 63 tagen – und trotzdem läuft

Die Zahlen sind der Gegenbeweis zur Müdigkeit. Como kam aus einem Strudel von Napoli, Inter, Juve, Fiorentina – und lieferte gegen Cagliari eine Leistung ab, die selbst die krassesten Zweifler verstummen ließ. Fabregas: „Wir sind keine Phänomene, wir sind Arbeiter.“ Das klingt nach Klischee, ist aber seine Strategie. Junge Spieler, kleine Gehälter, große Lernkurve. Beispiel Paul Butez. Der Keeper kostete keine 3 Millionen, spielt aber laut Fabregas „schon auf Nationalmannschaftsniveau“. Der Spanier schwärmt: „Er trainiert wie ein Tier, er frisst Videos, er fordert seine Vorderleute raus – das ist keine PR, das ist Leadership pur.“

Die Gegenseite half nach. Cagliari ließ den Rasen lang, verzichtete auf Bewässerung, wollte Como in Konter locken. Fabregas drehte den Spieß um: hohe Formation, früher Ballgewinn, kurze Pässe statt riskante Steilpässe. Pisacane, Co-Trainer der Sardegna, ist für Fabregas kein Rivale, sondern „ein Freund, mit dem ich bis zwei Uhr nachts über Positionsspiel telefoniert habe“. Vorwürfe nach einer umstrittenen Einwurfsituation? „Wir haben nur gelacht.“

Champions-league-träume? noch zu früh

Champions-league-träume? noch zu früh

Tabellenplatz fünf, drei Punkte Rückstand auf Platz vier – das reicht nicht für das große Wort. Fabregas wischt ab: „Statistiken sind Schall und Rauch, wenn du gegen die Big Four nicht gewinnst.“ Er zählt auf: Versäumte Chancen gegen Fiorentina, das 0:3 in Turin, das späte 1:2 gegen Inter. „Wir sind auf Kurs, aber noch nicht in der Zielgeraden.“

Die Kabine feiert trotzdem. Como hat zwei Partien mehr als Cagliari absolviert, einige Profis lieferten auf Sparflamme. Fabregas rotierte, stellte um – und sah keine Leistungsverweigerung. „Jeder, der hereinkam, zog die Maske runter und spuckte Blut“, sagt er und meint damit Einsatzbereitschaft statt Drama. Die Serie von 15 Spielen in 63 Tagen war ein Crashkurs in Mentalität. Nun folgt der Lactattest: Auswärts bei Lecce, dann Heimspiel gegen Atalanta. Fabregas lacht: „Wenn wir dort punkten, reden wir wieder.“

Como war jahrelang ein Schlafmohn im Norden Italiens. Fabregas hat den Klub geweckt – mit einem Kader, der wenig kostet, aber viel will. Die Fans singen schon „Cesc olé“, doch der Coach schaut auf den Kalender. „März ist der Monat der Wahrheit“, sagt er und verschwindet in den Katakomben. Wer nach diesem Sieg noch zweifelt, war nie am Lago.