Erzgebirge aue: trainerentlassung und führungswechsel nach pokal-blamage!
Aue steuert unaufhaltsam auf die Drittliga-Abstiegszone zu – und die Verantwortlichen zucken jetzt. Nach einer desaströsen Osterwoche, in der der FC Erzgebirge Aue nicht nur ein Fußballspiel verlor, sondern auch seine sportliche Integrität zu hinterfragen scheint, stehen die Zeichen auf Neuanfang. Christoph Dabrowski, erst seit Februar im Amt, und sein Co-Trainer Lars Fuchs wurden umgehend entlassen. Parallel dazu trat Sport-Geschäftsführer Michael Tarnat seine Rücktritt ein.
Ein trainerentwurf, der scheiterte
Die Bilanz unter Dabrowskis Führung ist erschreckend: In neun Spielen lediglich zwei Punkte – eine Horrorbilanz, die den Abstand zur rettenden Uferzone auf neun Zähler vergrößerte. Das 3:5 gegen die zweite Mannschaft der TSG Hoffenheim am Samstag war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Der Vorstand bezeichnete den Auftritt als „erschreckend“ und als Fortsetzung der „erfolglosen Vorwochen“. Es war ein Signal der Verzweiflung, das die Fans in der Erzgebirgsregion erreichte.
Doch die Entlassung Dabrowskis ist nur die halbe Wahrheit. Auch Tarnats Rücktritt wirft ein schlechtes Licht auf den Verein. Die Begründung: „unterschiedliche Auffassungen zur sportlichen Ausrichtung“. Der Ex-Profi verließ den Verein mit dem bedauerlichen Kommentar: „Ich bedaure sehr, mit dieser enttäuschenden Bilanz meine Tätigkeit das Erzgebirge verlassen zu müssen.“ Tarnat hatte selbst nur seit dem 1. Januar das Amt bekleidet und Dabrowski als seinen einzigen Vorschlag präsentiert. Ein fataler Schachzug, der nun den gesamten Verein in Gefahr bringt.

Jugend muss ran: kann das trainerduo die wende bringen?
Wer kann Aue vor dem Abgrund bewahren? Die Lösung scheint zunächst unkonventionell: Khvicha Shubitidze (Nachwuchsleiter) und Enrico Kern (Jugendtrainer) sollen das Team bis zum Saisonende übernehmen. Eine Paten-Lösung, die angesichts der Situation wenig Hoffnung weckt, aber zumindest einen Umbruch signalisiert. Die Kaderplanung wird nun gemeinsam von Shubitidze, Sportvorstand Jens Haustein und dem ehemaligen Sportdirektor Steffen Ziffert verantwortet.
Die Aufgabe, aus dem sinkenden Verein wieder etwas zu machen, ist gewaltig. Doch die Zeit drängt. Aue muss sich jetzt neu erfinden, wenn der Abstieg in die Regionalliga vermieden werden soll. Vielmehr als ein Wunder ist angesichts der aktuellen Lage kaum zu erwarten.
