Madrid open: inklusionsoffensive für autismus-betroffene

Madrid – Der Mutua Madrid Open macht einen entscheidenden Schritt in Richtung Inklusion und Barrierefreiheit. Zahlreiche neue Maßnahmen sollen Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS) und anderen vielfältigen Bedürfnissen einen deutlich verbesserten Besuch des prestigeträchtigen Tennisturniers ermöglichen. Die Initiative, die vom Stadtrat von Madrid unterstützt wird, verspricht nicht nur ein angenehmeres Erlebnis für Betroffene, sondern setzt auch neue Maßstäbe für die inklusive Gestaltung von Großveranstaltungen.

Ein turnier, das alle anspricht: warum die anpassungen so wichtig sind

Ein turnier, das alle anspricht: warum die anpassungen so wichtig sind

Für viele Menschen mit Autismus kann der Besuch eines Großereignisses wie dem Madrid Open eine enorme Herausforderung darstellen. Die ständige Reizüberflutung, die Ungewissheit über den Ablauf und die sozialen Interaktionen können zu Stress und Überlastung führen. „Diese neuen Maßnahmen sind ein wichtiger Schritt, um den Betroffenen ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln“, erklärt Paula Izquierdo, Neuropsychologin der Federación Autismo Madrid. „Sie ermöglichen es ihnen, die Atmosphäre des Turniers in Ruhe und ohne unnötigen Druck zu genießen.“

Doch es geht um mehr als nur die Verbesserung des Besuchererlebnisses. José Fernández, Delegierter für Sozialpolitik, Familie und Gleichstellung des Stadtrats, betont: „Madrid hat sich als eine Stadt erwiesen, die Großveranstaltungen auf höchstem Niveau austragen kann. Gleichzeitig ist es unsere Priorität, sicherzustellen, dass Menschen mit Behinderungen diese Veranstaltungen unter optimalen Bedingungen besuchen können – in Selbstbestimmung, Sicherheit und Zugänglichkeit.“

Die Maßnahmen im Detail: Orientierung, Ruhe und Unterstützung

Das Projekt zielt darauf ab, die Orientierung zu erleichtern, die Vorhersagbarkeit des Umfelds zu erhöhen und so potenzielle Stresssituationen zu minimieren. Dazu gehören unter anderem:

  • Intuitive Karten und Wegbeschreibungen: Deutliche Pläne mit Standortangaben und eine verbesserte Beschilderung mit ansprechenden Piktogrammen.
  • Geräuschunterdrückende Kopfhörer: Zur Minimierung der akustischen Belastung.
  • Ruhezone: Ein speziell eingerichteter Bereich für sensorische und emotionale Regulation mit kontrollierten Bedingungen und professioneller Unterstützung.
  • Informationsführer: Ein leicht verständliches Dokument, das den Ablauf des Turniers vorab erklärt und zum Download bereitsteht.
  • Mitarbeiterschulungen: Das Personal wird speziell geschult, um Menschen mit ASS kompetent zu betreuen und zu unterstützen.
  • Inklusive Beschäftigung: Die Kooperation mit der Asociación Yuna fördert die Einstellung von Menschen mit Autismus in die Organisation des Turniers.

Luis Pérez Guerreiro vom Team der Asociación Yuna hebt hervor, dass die Anpassungen von den Betroffenen selbst mitgestaltet wurden. „Das Team hat nach einer umfassenden Schulung in Sachen Barrierefreiheit die Maßnahmen begleitet und weiterentwickelt. Das stärkt nicht nur ihre beruflichen Kompetenzen, sondern fördert auch ihre soziale Integration.“

Gerard Tsobanian, CEO des Mutua Madrid Open, unterstreicht das langfristige Engagement des Turniers: „Unser Ziel ist es, ein Turnier zu schaffen, das für jeden zugänglich und einladend ist, unabhängig von seinen individuellen Bedürfnissen. Diese Anpassungen sind ein wichtiger Schritt auf diesem Weg.“ Die Verbesserungen gelten nicht nur für die Besucherbereiche, sondern auch für die Backstage-Areas von Spielern und Presse, um ein wirklich inklusives Umfeld zu gewährleisten.

Die Initiativen des Mutua Madrid Open setzen einen neuen Standard für Inklusion im Sport. Sie zeigen, dass Großveranstaltungen nicht nur Unterhaltung bieten, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe leisten können. Die Zahl, die am deutlichsten spricht: 70 Arbeitsplätze für Menschen mit Autismus werden durch diese inklusive Strategie geschaffen – ein starkes Signal für Madrid als inklusive Weltstadt.