Elversberg schlägt bielefeld und jagt den traum – 15. sieg wirft fragen auf
Die Sensation ist kein Irrtum mehr: SV Elversberg führt die 2. Liga an. 3:1 gegen Arminia Bielefeld, 15. Saisonsieg, 51 Punkte – und plötzlich redet ganz Deutschland über ein Dorf mit 16.000 Einwohnern, das den Bundesliga-Express entern will.
Conté geht, petkov kommt – und der plan bleibt
Acht Minuten war Bambasé Conté zurück, dann riss die Achillessehne erneut. Elversberg schwankte, aber nur eine Sekunde. Lukas Petkov traf stattdessen, doppelt. Erst mit Links, dann mit dem Kopf. 38. und 69. Minute, 2:0, Spiel entschieden. Wer fragt da noch nach Contés Tränen?
Die Arminia half mit. Marvin Mehlem sah Rot, offene Sohle gegen Luca Schnellbacher, 51. Minute. Elversberg spielte danach wie gegen eine Wand, nur dass diese Wand selbst ein Loch hatte. Tom Zimmerschied scheiterte, Petkov nicht. Amara Condé schloss vom zweiten Pfosten ab, 76. Minute, 3:0. Christopher Lannerts Anschlusstor war ein Schönheitsfehler, 84. Minute, zu spät.

Tabellenspitze ohne tarnkappe
Die Zahterer Waldstadion-Anlage bebte, doch die Tabellenführung wird wohl nur ein Abendflirt. Darmstadt 98 oder Schalke 04 werden vorbeiziehen – Spitzenspiel läuft noch. Trotzdem: Elversberg hat sich selbst ins Aufstiegsrennen geschrieben, mit Tinte, nicht mit Bleistift. 15 Siege, 51 Tore, 28 Gegentore – das ist kein Zufall mehr, das ist ein Statement.
Arminia Bielefeld dagegen wartet seit fünf Spielen auf einen Sieg, rutscht Richtung Abstiegszone. Die Roten Karten häufen sich, die Nerven auch. Trainer Uwe Koschinat stand mit zitternder Hand am Spielfeldrand, als hätte er die Rechnung schon vor Augen.
Elversberg spielt nächste Woche in Kiel. Wer dann noch glaubt, der Aufstieg sei nur ein Nebenschauplatz, hat die letzten 90 Minuten verschlafen.
