Eisbären und münchen blamieren sich zum playoff-auftakt
Die Playoffs haben keinen Gnadenraum – und genau den bekamen Eisbären Berlin und EHC Red Bull München am Dienstag zu spüren. Der Champion lag in Straubing nach 117 Sekunden 0:3 zurück, kassierte beim 1:5 eine Debakel-Start und muss am Freitag um 19.30 Uhr schon im eigenen Kasten ausholen, will er nicht mit 0:2 Richtung Hauptstadt reisen.
Blitz-crash in der tiger-höhle
Tim Fleischer traf nach 60 Sekunden, Tyler Madden und Tim Brunnhuber erhöhten nur 13 Sekunden später – 1:13 Minuten reichten, um Berlin zu schocken. Danjo Leonhardt machte in der 23. Minute den vierten Gegentreffer klar, Nicholas Halloran bohrte in der 42. Minute den Nagel in den Sarg. Liam Kirk netzte zwar noch, doch die 1:5-Synagie war längst besiegelt. Die Serie ist offen, die Karten neu gemischt.
Die Eisbären hatten mit fünf Siegen in Serie die Qualifikation gerockt, doch genau dieser Schwung blieb in der riesigen Straubing-Ice-Arena in der Kabine stehen. Trainer Serge Aubin wird die Analyse-Videos bis in die Nacht laufen lassen, denn in Spiel zwei darf kein Tor mehr verschenkt werden.

München verspielt heimvorteil im derby
150 Kilometer südwestlich schlug dasselbe Drama auf das Red-Bull-Eis ein. Der EHC lag gegen den ERC Ingolstadt nach 26 Minuten 0:4 zurück, ehe die Aufholjagd einsetzte. Zwar verkürzte München auf 5:6, doch die Uhr tickte gnadenlos herunter. Die Münchner verlieren den Heimvorteil und müssen nun am Freitag in der Saturn-Arena punkten, um nicht schon mit dem Rücken zur Wand zu stehen.
Die Tore fielen im Minutentakt, die Emotionen kochten über – ein Derby eben. ERC-Coach Niklas Treutle hatte seine Mannschaft auf die Anfangsoffensive eingeschworen, und die ging voll auf. Die Münchner Defensive wirkte wie vom Weihnachtsmann verpennt, und so kassierte Goalie Maximilian Franzreb bereits nach 7:06 Minuten das 0:3.

Restprogramm verspricht brände
Während Berlin und München schon unter Zugzwong stehen, starten die Kölner Haie am Mittwoch um 19.30 Uhr in Schwenningen in die Post-Season. Die Haie beendeten die Hauptrunde auf Platz eins, müssen aber zunächst auswärts ran, weihnachtliche Hallenbelegung macht’s möglich. Parallel beginnt die Serie zwischen Adler Mannheim und Fischtown Pinguins Bremerhaven – ein Duell, das in den vergangenen Jahren stets für Spektakel sorgte.
Die DEL-Playoffs liefern jene Momente, die Spieler wie Fans in Atem halten: Entscheidungen im Sekundentakt, Konter, die Brustkorb-Kontakte, Schlittschuhe, die Funken sprühen. Nach dem Auftakt ist klar: Wer tief schläft, fliegt raus. Die Eisbären und München haben die Weckrufe bekommen – jetzt liegt es an ihnen, ob sie aufwachen oder schon morgen die Koffer packen.
