Eisbären jagern den titel von platz sechs – historie lügt nicht
Die Eisbären Berlin starten wieder von hinten. Zweimal in Folge krönten sie sich zum DEL-Champion, ohne je die Hauptrunde zu dominieren. 2026 läuft die Jagd erneut – diesmal von Rang sechs. Die Statistik? Schmeichelt den Berlinern. 13 Mal schon sicherte sich ein Team die Meisterschaft, das nach der Vorrunde schlechter platziert war als der haupdürftige Tabellenführer.
Kölner haie als nummer eins – kein garant für gold
Die Kölner Haie gehen als Spitzenreiter in die Viertelfinals, doch das ist kein Freifahrtschein. Nur in 20 von 44 Playoff-Jahren trug der Hauptrundensieger auch den Silberpokal davon. Zuletzt gelang das 2019 den Adlern Mannheim und 2022 den Eisbären selbst. Die Berliner beendeten die Saison 2024 und 2025 als Zweiter, holten aber den Titel – ein Muster, das sie nun wiederholen wollen.
Die Playoff-Geschichte der Liga liest sich wie ein Krimi. Mannschaftsrating und Torverhältnis verblassen, wenn das Thermometer in der Halle sinkt und die Scheibe auf glühendem Eis tanzt. Jonas Stettmer stand 2025 im Tor der Eisbären, kassierte in drei Finalspielen keinen einzigen Gegentreffer – 21:0-Tore in Serie. Solche Serien prägen Legenden, nicht Tabellen.

Die karten werden neu gemischt
München, Ingolstadt, Straubing – alle rechnen sich etwas aus. Doch wer die Chronik studiert, weiß: Der Favoritenstatus ist ein Papierlöwe. 2014 schaffte Ingolstadt den Coup als Neunter, 2021 die Eisbären als Dritter. Die Liste der Außenseiter ist länger als die der dominierenden Erstplatzierten.
Berlin hat die Playoffs erfunden. Nicht die Regel, sondern die Ausnahme wird hier lebendig. Wenn am 24. März die ersten Bullys fallen, zählt kein Punkt mehr, nur noch Nerven, Kondition und der Wille, an der Bande zu überleben. Die Eisbären haben bewiesen: Wer zweimal von der Rolle kommt, kann auch ein drittes Mal zuschlagen. Die Trophäe wartet bereits – und sie ist bekanntlich taub für Tabellenplätze.
