Hilden plant den sprung – aber der bandsbusch bremst
Der VfB 03 Hilden spielt sich in die Spitze der Oberliga Niederrhein und plötzlich steht die Frage, die keiner für nötig hielt: Passt unser Stadion noch zur Mannschaft? Die Antwort ist ein klares Jein. Am Bandsbusch fehlt vor allem eine Sache – Trennungen zwischen Heim- und Gästefans. Ohne die gibt es keine Regionalliga-Lizenz. Und die Uhr tickt.
Die stadt bestimmt, der verein liefert
Daniel Wittke, zweiter Vorsitzender, rechnet offen vor: „Ein bisschen was muss am Bandsbusch gemacht werden.“ Die fehlenden Abtrennungen vom Eingang bis zum Gästeblock sind nur ein Beispiel. Kleinigkeiten nennt er das nicht. Denn der VfB darf auf der Bezirkssportanlage nicht einfach selbst bauen. Jede Schraube braucht einen Ratsbeschluss. Bis 30. März muss das Stadion gemeldet sein, bis 30. April muss alles stehen. Drei Monate für Planung, Finanzierung und Politik. Klingt sportlich. Ist es nicht.
Die Stadt signalisiert Hilfe, aber Hilfe ist kein Bauantrag. Wittke: „Das muss durch sämtliche Gremien.“ Kostenvoranschläge liegen demnächst vor, dann entscheiden Baukämmer und Haushaltsausschuss. Parallel plant die Stadt ohnehin eine Laufbahn-Sanierung. Wenn die Bagger rollen, steht der VfB vorübergeend ohne Spielfeld da. Auch dann braucht es Ausnahmen beim Spielplan. Die Alternative: Auswärts in Velbert oder Wuppertal. Teurer. Kälter. Weniger Zuschauer.

Tabellenzweiter mit hausaufgaben
Punktgleich mit Ratingen 04/19 hat Hilden die Meisterschaft plötzlich im eigenen Fuß. Die Serie nach der Winterpause hat die Komfortzone gesprengt. Jetzt erzwingt Erfolg Entscheidungen, nicht umgekehrt. Tim Schneider wird dennoch nicht über den Sommer hinaus Trainer. Die Trennung steht, die Nachfolge soll diese Woche klar sein. Sportlich steigt der Druck, infrastrukturell auch. Wittke verspricht: „Wir werden alles tun, was in unserer Macht steht.“ Die Macht reicht aber nur bis zur Stadtgrenze.
Am Bandsbusch steht ein Verein, der sich selbst überholt hat. Die Mannschaft ist bereit für die Regionalliga, das Stadion hinkt eine Liga hinterher. Wenn die Politik nicht mitzieht, zieht der VfB eben um – aus der eigenen Stadt. Das wäre keine Katastrophe, aber ein Signal. Dass Hilden den Aufstieg riskiert, weil ein Zaun fehlt.
