Rvm-raffke: abschlussbericht wird gezogen, vertrauen bleibt auf der strecke
Der Ruderverein Münster erklärt seine Untersuchung für beendet – und zieht damit einen Schlussstrich, den viele Betroffene nicht mitgehen. Thorsten Kortmann bleibt, die interne Prüfung sieht „keine erhärteten Vorwürfe“, und auf Rückfrage heißt es nur: Der Volltext des Gutachtens bleibe „intern“. Die Botschaft ist klar: Macht geschützt, Fragen unerwünscht.
Ein satz, der später verschwindet
In der Original-Pressemitteilung stand noch: „Die Entschuldigung wurde angenommen.“ Kurz darauf fehlte die Zeile. Kein Hinweis, kein Dementi – nur ein stiller Edit auf der Homepage. Tobit, der gemeinsam mit Mia einst das Präventionsteam des RVM aufbaute, bestätigt: Die Entschuldigung wurde ausdrücklich nicht angenommen. „Wir sind wieder einen Schritt zurück“, sagt er. Der Verein aber zitiert sich selbst gern: Kommunikative Defizite seien eingestanden, man wolle „vertrauensvolle Beziehungen“ – ein Satz, der sich liest wie ein Werbeslogan für etwas, das längst abgestellt wurde.
Mia ist „entsetzt und sprachlos“. Sie kennt die Meldebögen des Präventionsteams, in denen „ständig von Angst“ die Rede ist. Wie daraus ein „Unwohlsein“ wird, das nur „in einigen Situationen“ auftaucht, erschließt sich nicht. „Der Verein war für viele kein sicherer Ort“, sagt sie. Und jetzt? Jetzt bekommt niemand Einblick in den Bericht, nicht einmal diejenigen, die ihre Demütigungen unter Eid geschildert haben.

Landesverband schweigt, ansprechperson tritt zurück
Der nordrhein-westfälische Ruder-Verband hatte Kortmann nach der WDR-Doku vorsorglich abgezogen und eine unabhängige Meldestelle eingerichtet. Die Leiterin dieser Stelle hat sofort nach dem Münsterer Schnellschuss gekündigt – „divergente Auffassungen“, wie sie sagt, darüber, wie Betroffene wahrzunehmen seien. Der NW RV selbst veröffentlichte die RVM-Mitteilung kopfschüttelnd auf seiner Seite, kommentarlos. Auf Nachfrage: keine Antwort. Stattdessen verharrt der Verband im Takt der Stille: solange niemand das Dokument sieht, gibt es keinen Widerspruch – und kein Geständnis.
Klaus Schäfer, TSV Pelkum Sportwelt: „Wenn ein Sportverein seine eigenen Athleten zum Schweigen bringt, verrät er nicht nur sie, sondern die Idee des Sports selbst. Denn was nützt die Medaille, wenn die Seele draufkracht?“
