Eintracht-frauen ziehen nach wolfsburg – und träumen laut vom pokal

Der Bus rollt Richtung Norden, die Gedanken schon weiter: Eintracht Frankfurt will am Mittwochabend (18.30 Uhr) im AOK-Stadion den großen Coup landen und die Rekordmeisterinnen aus Wolfsburg aus dem DFB-Pokal werfen. Keine Provinz-Partie, sondern ein Vollgas-Spiel, das die Saison von „gut“ auf „geil“ heben kann.

Sara doorsoun kehrt zurück – ohne rückzieher

Die 34-jährige Abwehrchefin kennt beide Seiten. Sechs Jahre pendelte sie zwischen Wolfsburg und Frankfurt, holte mit den Wölfinnen Titel, fand bei der Eintracht ihre Fußball-Heimat. „Emotional ist das kein Drama“, sagt sie und lacht verschmitzt. „Ich will gewinnen – am liebsten vor 30.000 in Köln.“ Dort, in ihrer Geburtsstadt, steht am 30. Mai das Finale. Ein Zufall? Für sie keiner.

Die Zahlen sprechen für sich: Frankfurt gewann das letzte Liga-Duell 3:2, kassierte in den vergangenen zehn Pflichtspielen nur zwei Gegentore und ist seit 13 Partien ungeschlagen. Wolfsburg steht zwar einen Platz besser in der Tabelle, doch die Formkurve der Hessen zeigt steil nach oben. „Wir liefern einen Fight, den sich keiner entgehen lassen sollte“, verspricht Doorsoun.

Titel-kurs statt lippenbekenntnis

Titel-kurs statt lippenbekenntnis

Neue Sportdirektorin Babett Peter schraubte die Erwartungsoffensive offiziell frei: „Zwei Pokale sind realistisch.“ Trainer Niko Arnautis pflichtet bei, aber er mahnt: „Jeder Schritt ist ein Kampf.“ Die letzten beiden Jahre endeten im Elfmeter-Drama gegen Bayern, diesmal soll das Glück auf Seiten der Eintracht stehen.

Die Rechnung ist simpel: Sieg in Wolfsburg, Halbfinale gegen Hoffenheim oder Bremen, dann der Hype-Kracher in Köln. Die Karten für das Endspiel sind schon jetzt begehrt, die Nachfrage nach Eintracht-Trips explodiert. Wer jetzt zögert, zahlt später.

Die Spielerinnen haben die Playlist schon fertig. Nach dem Abpfiff läuft „Fly Eagles Fly“ – der Klub-Song der Frankfurter. Die Botschaft ist klar: Sie wollen nicht nur mitfliegen, sie wollen als Adler über Köln kreisen. Und wenn das passiert, war die Saison nicht nur gut. Dann war sie wirklich geil.