Eichner gesteht: ksc fehlt gegen top-teams eine ganze galaxie

0:3 in Elversberg – und Christian Eichner lachte nicht, aber er sprach, als wäre da ein fieser Splitter unter der Haut. Zu diesen Teams fehlt uns einfach etwas, sagte der KSC-Trainer, nachdem Immanuel Pherai seinen Karlsruher Traum mit einem Doppelpack zertrümmert hatte.

Die zehn minuten, die alles kaputtmachten

Pause, Toilette, Wasser, zurück. Und dann knallte es zweimal. Pherai traf, Tom Zimmerschied legte nach – alles innerhalb von 600 Sekunden. Verloren haben wir das Spiel meiner Meinung nach in den zehn Minuten nach der Pause, analysierte Eichner. Seine Spieler standen wie vom Donner gerührt, die Elversberger liefen bereits im Kopf auf der Bundesliga-Promotion.

Vorher war es eine offene Partie gewesen. Karlsruhe hatte sogar die besseren Chancen, doch der Ball wollte nicht rein. Stattdessen pflückte Pherai in der 26. Minute das Leder aus der Luft, drehte sich, zog ab – 1:0. Es war ein sehr ordentlicher Auftritt, betonte Eichner, aber Ordentlichkeit reicht nicht, wenn der Gegner gnadenlos effizient ist.

40 Punkte, platz zwölf – und die kluft wird sichtbar

40 Punkte, platz zwölf – und die kluft wird sichtbar

Nach dem Schlusspfiff blieb der KSC bei 40 Zählern stehen, Elversberg kletterte auf 55 und festigte Rang drei. Die Tabelle lügt nie, und sie sagt: Zwischen Träumen und Mittelmaß liegen eben mal fünfzehn Punkte. Es war fußballerisch ein Schritt nach vorne. Trotzdem sieht man in dem einen oder anderen Moment, dass uns zu diesen Teams einfach etwas fehlt, gestand Eichner ein.

Was fehlt? Tempo im Umschaltmoment, Kaltschnäuzigkeit im Strafraum, vielleicht auch ein Quäntchen Selbstvertrauen, das erst wächst, wenn die Punkte stimmen. Die Reaktion nach dem 0:3 war laut Eichner total anständig, aber Anstand gewinnt keine Spiele. Elversberg hatte die Klinge gezogen, Karlsruhe blutete, bis der Schiedsrichter es stoppte.

Am Ende bleibt eine Erkenntnis: Der KSC kann spielen, aber er kann noch nicht zustoßen. Und so lange diese Lücke klafft, wird jeder Gegner wie Elversberg die eigene Arena zum Aufstiegskatapult umbauen. Die Saison ist noch nicht gelaufen, aber die Uhr tickt laut. Die nächste Chance kommt schneller, als man den Kater vergessen hat.