Bayern ignoriert den heißesten trainer der liga – und der sitzt nur 200 km entfernt
München schläft. Seit vier Monaten wissen die Bayern, dass sie im Sommer einen neuen Basketball-Chef brauchen. Doch statt das Telefon zu zücken, schauen sie offenbar in den falschen Richtungen. Dabei liefert Anton Gavel in Bamberg gerade die beeindruckendste Coaching-Vorstellung der Saison.
1,46 Millionen Euro – so dünn ist der Kader der Baskets. Kein anderer BBL-Verein gibt weniger Geld für Spieler aus. Trotzdem stehen sie auf Platz drei, haben acht der letzten zehn Spiele gewonnen und im Februar den Pokal in München geholt. Finalgegner? Bayern und Alba. Beide geschlagen.

Warum ruft münchen nicht an?
Michael Körner versteht die Welt nicht mehr. „Der ist für mich Trainer des Jahres“, sagt der Dyn-Experte. Svetislav Pesic, der aktuelle Bayern-Coach, zog nach dem 93:97 im März den Hut. Dennoch: Keine offizielle Anfrage, kein Flüstern, kein Leak. Stille.
Gavel kennt die Bayern. Er trug deren Trikot von 2014 bis 2018, holte Pokal und Meisterschaft. Danach wurde er Assistent, dann Chef in Ulm – und 2023 Meister. Nun formt er in Bamberg eine Truppe, die sich gegenseitig in Feuer verwandelt. „Der schwitzt im Training mehr als seine Spieler“, erzählt Körner. „Dann ziehen die mit, weil sie spüren: Der ist einer von uns.“
Die Euroleague? Kein Thema. „Der kann das“, sagt Körner. Die Frage ist nur, wie lange die Bayern noch brauchen, um das zu checken. Denn wenn der Sommer kommt, könnte Gavel längst woanders unterschrieben haben. Und München steht wieder vor einem leeren Whiteboard.
