Egerer droht aus, msv bekommt triple-return vor dem rwe-knaller

Florian Egerer hat sich am Samstag in Bocholt die Achillessehne geprellt, nur 17 Sekunden nach seiner Einwechslung. Die Diagnose steht noch aus, doch die Zeichen stehen auf vorzeitiges Saisonende – und möglicherweise auf Abflug, denn sein Vertrag läuft aus.

Knapp 46 minuten saisonspielzeit – jetzt gar nichts mehr

Der 28-jährige Mittelfeldspieler war dieses Jahr ohnehin nur noch Statist. 46 Minuten Ligaeinsatz, dafür Landespokal, um Spielpraxis zu sammeln. Genau dort rutschte er im Zweikampf weg, blieb liegen, humpelte auf Krücken vom Feld. „Es sah nicht gut aus“, sagt Sportchef Dietmar Hirsch trocken. Die Ärzte tappten zunächst im Dunkeln, die Klinik prüft Bilder, die Fans warten auf ein Wunder, das wahrscheinlich nicht kommt.

Die Konkurrenz im zentralen Mittelfeld ist beim MSV längst gewachsen. Niklas Kreuzer, Moritz Stoppelkamp, jetzt auch noch Neuzugang Arnold – Egerers Zeitranne wurde immer kleiner. Eine Vertragsverlängerung galt bereits als offene Frage, das Bocholt-Drama dürfte sie endgültig in den Schatten stellen.

Bitter, bulic und hahn steigen ein – derby-feuer kurz vor osten

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Während Egerer womöglich seine letzte MSV-Minute gespielt hat, kehren drei Leistungsträger zurück. Joshua Bitter spulte nach Achillesproblemen das Aufbautraining ab, Rasim Bulic überwand den Muskelbündelriss, Alexander Hahn den Wadenstrampler. Alle drei laufen voraussichtlich am Karsamstag wieder mit, wenn Rot-Weiss Essen an der Hafenstraße gastiert.

Platz zwei gegen Platz vier, 16.30 Uhr, live auf dem Kieker – das Revierderby könnte die Weichen für den Aufstieg stellen. „Wir sind alle heiß, das ist unsere Crunchtime“, sagt Niklas Jessen, der in Bocholt doppelt traf und sich selbst ins Schaufenster stellte. Für ihn und seine Mitspieler ist die Rückkehr der Verletzten ein Adrenalinschub. Für Egerer bleibt nur das Fernsehzimmer oder die Tribüne – ein abruptes Ende einer Saison, die ohnehin schon auf Sparflamme lief.

Der MSV muss nun ohne einen Mann auskommen, der einst als Dauerbrenner galt. Die Kurve wird ihn vermissen, die sportliche Leitung auch – doch der Kader rollt weiter, schneller denn je. Am Samstag zählt nur ein Sieg gegen Essen, sonst wird der Traum vom alten Glanz wieder ein Stück kleiner. Egerers Schicksal ist besiegelt, der Aufstiegskampf läuft ohne ihn.