Effenberg zerreißt kölns umgang mit el mala: „kwasniok bohrt ein fass auf“
Stefan Effenberg hat den 1. FC Köln und Trainer Lukas Kwasniok öffentlich attackiert – wegen eines 19-Jährigen, der erst neun Tore und vier Vorlagen geliefert hat. Der Vorwurf: Said El Mala werde durch ständige Wechsel zwischen Bank und Anpfiff psychologisch auseinandergenommen, statt stabil geführt zu werden.
Effenberg zieht den bayern-vergleich und lässt kwasniok alt aussehen
„Das macht Kompany mit Karl bei Bayern anders“, donnerte der Ex-Nationalspieler im Doppelpass. Gemeint ist Lennart Karl, 18, der in München in Ruhe gedeiht, weil die Klubführung jeden Tag ein klares Konzept kommuniziert – und nicht einmal wöchentlich neue Fragen aufwirft. Bei Köln hingegen werde El Mala zur Diskussionsmasse, „das kommt bei den Fans nicht gut an und erzeugt Unruhe, die sich auf dem Platz bemerkbar macht“.
Effenberg sieht den Klub in der Pflicht. Junge Spieler bräuchten klare Kommunikation, durchgehende Trainingsreize und vor allem: ein Datum, wann sie wieder starten. Stattdessen liefert Kwasniok nach jedem Match vernebelte Halbwahrheiten, die El Mala selbst nicht schlau machen. „Er sollte das Fass einfach mal zu lassen“, so der 57-Jährige.

Nagelsmann nominierte el mala trotz köln-chaos – das sagt alles
Die Ironie: Während in Köln gestritten wird, hat Julian Nagelsmann den Flügelflitzer im November erstmals in den DFB-Kader berufen. Neun Tore, vier Vorlagen – das ist Top-Niveau, auch wenn man die schwachen Spiele dazurechnet, in denen El Mala von Anfang an ran durfte. Effenberg sieht das genauso: „Individuell ein unglaublicher Spieler, der Spiele entscheidet.“ Nur: Wer so früh Nationalteam-Luft schnuppert, brauche klare Verhältnisse im Verein, keine Dauerdiskussion.
Kwasniok steht jetzt unter Doppeldruck. Erstens muss er Ergebnisse liefern, um den Abstand nach unten zu vergrößern. Zweitens muss er ein Talent entwickeln, das längst bundesweit auf dem Schirm steht. Versagt er bei Aufgabe eins, wird Aufgabe zwei zur Belastungsprobe. Effenberg hat schon mal den Daumen nach unten gezeigt.
Die Zahlen sprechen für El Mala, nicht für den Trainer. Dreimal in Folge zuletzt nicht in der Startelf, trotzdem zwei eingewechselte Treffer. Die Frage ist nicht mehr, ob der Junge liefern kann – sondern, wie lange Köln die Gemüter noch verrauchen will, bevor der nächste Leistungsträger die Nerven verliert.
