Del toro beendet tirreno mit blitz-sprint und erstem meister-coup
Isaac del Toro schießt sich in San Benedetto del Tronto mit einem Spurt, der kaum länger dauert als ein Atemzug, zum Gesamtsieg beim Tirreno-Adriatico. Der 22-jährige Mexikaner riss das blaue Trikot mit 40 Sekunden Vorsprung vor Matteo Jorgensen an sich – und das, obwohl er auf der Zielgeraden selbst stürzte.
Die Sturzregelung half: Gleiche Zeit wie Etappensieger Jonathan Milan, gleicher Punkte-Vorsprung in der Wertung. So dreht sich del Toro nach der UAE-Tour und dem dritten Platz bei Strade Bianche schon wieder als Rundfahrer-König vom Mittelmeer ab.
Sturz, strafe, sieg – die sekunde, die alles drehte
Alles sah nach einer sicheren Führung aus, doch drei Kilometer vor dem Ziel rutschte del Toro in einer engen Rechtskurve weg. Hinterher war das Rennen kein Rennen mehr, sondern ein Wettlauf gegen die Uhr. Die Jury stoppte die Zeit beim Peloton – del Toro bekam denselben Wert wie Milan. „Ich dachte, die Tour ist weg“, sagte er später, „dann kam die Nachricht: du behältst das Blau.“
Für Jorgensen war das ein Schlag ins Kontor. Der US-Amerikaner hatte die letzte Bergankunft dominiert und auf dem Poggio noch zehn Sekunden gut gemacht. Am Ende fehlten ihm 40 – eine halbe Minute ausgebremst von einem Sturz, den er selbst nicht verschuldet hatte.
Italiens Hoffnung Giulio Pellizzari wurde Dritter, zwei Sekunden hinter Jorgensen. Für den 20-jährigen Veneto-Profi ist das bereits der zweite Podestplatz in einem WorldTour-Wochenrennen – ein Signal an die Giro-Auswahl.

Milan nutzt chaos – philipsen und magnier raus
Die 142 km lange Schlussetappe endete im Massensprint, aber nicht mit dem Favoriten-Duo Jasper Philipsen und Paul Magnier. Beide gingen in der letzten Kurve zu Boden, als ein Leaning-Road-Schild die Spur verengte. Milan, der auf dem linken Seitenstreifen schon als abgeschrieben galt, schaltete durch und drückte sich mit 68 km/h zwischen Welsford und Rex hindurch.
Der Belgier Rex verpasste seinen ersten WorldTour-Sieg um eine halbe Radlänge, Welsford schlug sich die Faust ins Lenkerband. Milan feierte seinen zweiten Saisonsieg – und einen Etappendoppelschlag nach seiner Auftaktdominanz in der UAE-Tour.
Del Torro? Der fuhr mit zerkratztem Knie und zerrissenem Trikot über die Linie, aber das Blau blieb blau. „Dieses Rennen war härter als die UAE-Tour“, sagte er. „Die Angriffe auf dem Passo di Bellante haben mir die Beine weggefressen. Aber das ist der Preis, wenn du in diesem Jahr schon zwei Rundfahrten gewinnen willst.“
Die Saison ist noch jung, del Toro ist schon altbekannt – und die Konkurrenz weiß: wer ihn jetzt nicht stoppt, wird ihn im Juli am Straßenrand stehen sehen.
