Effenberg warnt olise: ein sommer-exit wäre ein eigentor

Stefan Effenberg hat sich in die Debatte um Michael Olise eingeschaltet – und dabei deutlicher gesprochen, als viele im Klub es wagen. „Er würde sich selbst einen Gefallen tun, wenn er bleibt“, sagte der Ex-Kapitän im „Sport1-Doppelpass“. Die Botschaft: Wer nach 43 Scorerpunkten in 39 Spielen die Säbener Straße verlässt, dem winkt nicht nur mehr Geld, sondern auch ein Blick zurück auf eine mögliche Fehlentscheidung.

Effenberg sieht olise auf dem richtigen fleck

Der 57-Jährige, der 2001 mit dem FC Bayern die Champions League gewann, glaubt nicht an einen Abschied des Franzosen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass er im Sommer den Klub verlässt. Ich würde dazu tendieren, seinen Vertrag zu verlängern.“ Olises Vertrag läuft zwar erst 2029 aus, doch die Gerüchte um Liverpool und Real Madrid halten sich hartnäckig. Uli Hoeneß schmunzelte sie weg, Karl-Heinz Rummenigge nannte sie „lächerlich“. Effenberg geht einen Schritt weiter: Er sieht in Olise den Spieler, der den neuen Bayern-Stil mit definiert.

Die Zahlen sprechen für sich: 16 Tore, 27 Assists in dieser Saison, Marktwert von 55 auf 140 Millionen Euro hochgeschraubt. Doch hinter den Zahlen steckt eine weitere Wahrheit: Olise ist in München angekommen. Er spricht deutsch, vertont Kampagnen für lokale Marken und genießt das Miteinander in der Kabine. „Er fühlt sich wohl“, so Effenberg. „Und das ist im Fußball kein Luxus, sondern der Schlüssel für Konstante.“

Der preis des abschieds wäre höher als 140 millionen

Der preis des abschieds wäre höher als 140 millionen

Real Madrid mag mit einem Gehaltspaket locken, Liverpool mit der Premier-League-Bühne. Doch wer den FC Bayern verlässt, muss mehr als nur einen Klub wechseln – er verlässt eine Infrastruktur, die Olise perfekt passt. Vincent Kompany baut sein Spiel über die halbräumliche Dribblings des Franzosen, die Kombination mit Harry Kane funktioniert wie Uhrwerk. Ein Abgang würde nicht nur eine Lücke reißen, sondern auch ein Signal setzen: Selbst Topstars mit langfristigem Vertrag sind bei Bayern nicht sicher.

Effenberg kennt diese Signale. Er erlebte 1998, wie er selbst den Klub verließ – und später eingestand, dass es zu früh war. „Manchmal muss man reifen, bevor man die nächste Stufe erklommen hat.“ Olise ist 23, sein Körper spricht noch nicht die Endsprache eines Profis. Bei Bayern kann er lernen, ohne zu brennen. Bei Real oder Liverpool würde er sofort liefern müssen. Der Druck wäre kein Schritt, sondern ein Sprung ins kalte Wasser.

Die Entscheidung fällt nicht im Sommer, sondern in den nächsten Wochen. Denn wer 140 Millionen Euro kostet, der wird nicht nur gefeiert – er wird vermisst, wenn er geht. Effenberg hat die Rechnung aufgemacht: Bleibt Olise, bleibt Bayern Spitze. Geht er, könnte er sich selbst ein Bein stellen. Manchmal ist der größte Gewinn, nicht zu verkaufen.