Eberhard riedel: vom fichtelberg zum ski-olymp – eine ddr-legende
Eberhard riedel: vom fichtelberg zum ski-olymp – eine ddr-legende
Eberhard Riedel, geboren am vergangenen Wochenende 88 Jahre alt, ist eine einzigartige Figur im deutschen Skisport. Der Skirennläufer aus Oberwiesenthal schaffte 1961 einen historischen Sieg beim Riesenslalom in Adelboden, der bis heute in Erinnerung geblieben ist. Sein Weg von den Hängen des Fichtelbergs in die Weltspitze ist eine Geschichte von Talent, harter Arbeit und ungewöhnlichen Trainingsmethoden.
Die anfänge im skispringen
Riedels sportliche Karriere begann jedoch nicht mit dem Alpinschilanglauf. Ursprünglich war er Skispringer. Diese Erfahrung sollte sich später als wertvoll erweisen. Sein Trainer, Joachim Loos, erkannte das Potenzial und kombinierte die Techniken beider Disziplinen. Loos war ein Visionär, der innovative Trainingsmethoden einführte.

Revolutionäre trainingsmethoden
Die Trainingsmethoden von Loos waren alles andere als konventionell. Riedel erinnert sich an Übungen auf dem Trampolin, bei denen er Saltos üben und gleichzeitig mathematische Aufgaben lösen musste. Auch das Herunterfahren auf nassem Gras im Sommer gehörte zum Trainingsprogramm. Ziel war es, die Reaktionszeit und die Körperkontrolle zu verbessern. “Er wusste genau, was uns gut tut”, so Riedel.

Der triumph in adelboden 1961
Am 9. Januar 1961 schrieb Eberhard Riedel Geschichte. In Adelboden gewann er den Riesenslalom und wurde über Nacht zu einer Sensation. Die Bedingungen waren eisig und anspruchsvoll, doch Riedel war perfekt vorbereitet. Er hatte seine Ski akribisch präpariert und wusste genau, wie er die Strecke bewältigen musste. Sein Fußabdruck ist seit 2004 auf dem “Place of Fame” in Adelboden verewigt.

Politische hürden und die olympiateilnahme
Trotz seines Erfolgs musste
Riedel politische Hindernisse überwinden. 1962 wurde ihm die Teilnahme an den Weltmeisterschaften in Chamonix verwehrt, da Frankreich ein NATO-Mitglied war und die DDR-Sportler nicht einreisen durften. “Das war die größte Niederlage, die wir als Sportler miterleben mussten”, erinnert sich Riedel. Dennoch konnte er an den Olympischen Spielen 1964 in Innsbruck und 1968 in Grenoble teilnehmen, wo er im Slalom den 13. Platz belegte.
Nach der aktiven karriere
Nach dem Ende seiner aktiven Karriere 1968 studierte Riedel Sportlehre an der DHfK in Leipzig. Er arbeitete später als Athletiktrainer für den Fußball-Oberligisten BSG Wismut Aue und gab sein Wissen im Skispringen weiter. Er trainierte unter anderem Jens Weißflog in Oberwiesenthal.

Eine lebende legende
Auch im hohen Alter ist Eberhard Riedel noch immer mit Leidenschaft beim Skifahren dabei. “Meine Schwünge waren noch genau so schön und sauber wie früher”, lacht er. Seine Geschichte ist ein Beweis dafür, dass man mit Talent, harter Arbeit und einem unerschütterlichen Willen auch unter schwierigen Bedingungen Großes erreichen kann. Riedel ist und bleibt eine Legende des deutschen Skisports.
