Dzeko trifft wieder: schalke verteidigt die spitze gegen bielefeld

Ein Abstauber aus sechs Metern, ein Torwart, der sich grob verschätzt hat, und ein 39-jähriger Bosnier, der einfach den Fuß hinhält. So einfach kann Zweitliga-Fußball sein – wenn man Edin Dzeko im Kader hat. FC Schalke 04 bezwingt Arminia Bielefeld mit 1:0 und bleibt damit an der Tabellenspitze der 2. Bundesliga kleben.

Dzeko: der mann, den alle suchen

Immer wenn Königsblau den Bielefelder Strafraum ansteuerte, gab es diesen kurzen Blick nach vorne. Wo ist Dzeko? Diese Frage stellen sich seit Rückrundenbeginn nicht nur die Schalker Mitspieler, sondern offenbar auch die gegnerischen Abwehrreihen – und finden selten eine befriedigende Antwort.

Das Tor des Tages fiel in der ersten Halbzeit. Nach einem Eckball köpfteMertcan Ayhan den Ball an die Bielefelder Querlatte, der Abpraller landete vor Dzekkos Fuß, und Arminia-Keeper Jonas Kersken hatte sich beim Herauslaufen bereits hoffnungslos verkalkuliert. Dzeko musste nur noch einnicken. Fünftes Tor im siebten Einsatz für Schalke – alle fünf in Heimspielen. Die Zahlen sprechen eine eigene Sprache.

61.000 Zuschauer, 750. großveranstaltung – und ein sieg mit zittern

61.000 Zuschauer, 750. großveranstaltung – und ein sieg mit zittern

Die Gelsenkirchener Arena erlebte an diesem Abend ihre insgesamt 750. Großveranstaltung seit dem Bau. Ein rundes Jubiläum, das die Schalker fast noch versaut hätten. Denn die Bielefelder, die tief im Abstiegssumpf stecken, kamen keineswegs als Kanonenfutter nach Gelsenkirchen.

Ersatzkeeper Kevin Müller – Stammtorwart Loris Karius ist weiterhin verletzt – musste früh zweimal gegen Joel Grodowski (3.) und Jannik Rochelt (35.) retten. Mutig, angriffslustig, unbequem: Arminia spielte, als hätte es die Tabelle nie gegeben.

In der zweiten Hälfte übernahm Schalke die Kontrolle, aber so richtig souverän wirkte das nie. Kenan Karaman traf in der 68. Minute nur die Latte, Dzeko scheiterte kurz davor an Kersken. Schalke vergab, was Schalke hätte entscheiden können.

Das tor, das nicht zählte – und die nerven, die hielten

Das tor, das nicht zählte – und die nerven, die hielten

In der 81. Minute dann der Schockmoment: Grodowski traf per Kopf nach einer Vorlage von Roberts Uldriķis. Der Jubel war kurz. Der Schütze stand hauchzart im Abseits, der Treffer zählte nicht. Ein Zentimeter, vielleicht weniger – und Bielefeld geht leer aus.

Was danach folgte, war kein schöner Fußball mehr. Schalke kämpfte, klärte, warf sich in Schüsse. Trainer Miron Muslic sah von der Seitenlinie aus, wie sein Team den knappen Vorsprung mit letzter Kraft über die Runden brachte. Es reichte.

Was jetzt kommt: derby gegen paderborn, spitzenspiel gegen hannover

Was jetzt kommt: derby gegen paderborn, spitzenspiel gegen hannover

Für Arminia Bielefeld geht es am kommenden Samstag (13 Uhr) mit dem Ostwestfalen-Derby gegen den SC Paderborn weiter – einem Gegner, gegen den Punkte möglich sind, aber nicht garantiert. Der Abstand zum rettenden Ufer bleibt bedrohlich.

Schalke dagegen empfängt am Sonntag (13:30 Uhr) Hannover 96 zum Spitzenspiel. Ein echter Test für eine Mannschaft, die in diesen Wochen von einem 39-Jährigen lebt, der eigentlich längst in Rente sein müsste – und stattdessen die 2. Bundesliga dominiert.